Follow your …what?

„Follow your heart“

…liest man auf Postkarten, Instagram-Fotos und Stofftaschen.

Aber wo ist es, mein Herz?

Was, wenn ich es verlöre

Wenn es zerbräche

Ich es nie wieder fände

?

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Avatar

Manchmal möchte man von diesem Planeten flüchten, mit Alexander Gerst (Link: www.esa.int) in die Soyuz-Rakete steigen und einfach abhauen. All der Hass, all die Zerstörung, die Gier vieler Menschen machen mürbe. Gier regiert die menschliche Welt und zerstört sie im selben Zug.  „Avatar“ weiterlesen

Camino del Norte Teil 3

Donnerstag, 17. Mai / Portugalete – Castro Urdiales

Typisches Herbergsfrühstück auf dem Camino

Frühstück gibt es bereits ab 6.30 Uhr. Die Herbergsleute pressen Orangensaft und reichen jedem Pilger ein Tablett mit: Tadaaa! Kaffee, Toast, Butter, Marmelade und süßem Gebäck. So viel Zucker auf einmal ist mir zu viel, aber die Energie wird später noch nötig sein.
Am Tisch sitzt eine Gruppe australischer Rentner, mit denen ich leicht ins Gespräch komme. Wie sich heraus stellt, ist einer eigentlich Österreicher. So wechseln wir mal vom Englischen ins Deutsche und wieder zurück.

Punkt 8.00 Uhr breche ich auf. „Camino del Norte Teil 3“ weiterlesen

Camino del Norte Teil 2

Mittwoch, 16. Mai / Bilbao – Portugalete (Tag 1 auf dem Jakobsweg)

Das Frühstück fällt typisch spanisch, also eher spärlich aus: Toast, Butter, Marmelade, Kaffee, Orangensaft und immerhin eine Nektarine. Dann verabschiede ich mich von den herzlichen Gastgebern, nachdem sie mir meinen ersten Stempel in den Pilgerausweis drücken und mir einen ‚Buen Camino‘ wünschen.

Auf geht’s! Ab sofort heißt es, den gelben Pfeilen oder den Zeichen mit der Jakobsmuschel zu folgen:

Collage Camino de Santiago Wegweiser

Zuerst laufe ich zum Guggenheim-Museum, das schon von außen so beeindruckend ist, dass ich staunend wie ein kleines Kind davor stehe. Einige Straßenkünstler, Touristen, Pilger und Schulklassen tummeln sich vor Ort.img_7326

Löwe auf HausdachWeiter geht es für mich heute auf der weniger spektakulären Alternativ-Strecke durch die Stadt und das Industriegebiet nach Portugalete, immer am Fluß entlang. Mich begleiten neben beeindruckender Architektur, Wandmalereien und Industriebauten immer wieder Löwen.

Noch frage ich mich, warum der Weg mir Löwen schickt…

Ich treffe Pablo, einen spanischen Pilger, wir laufen kurz gemeinsam und unterhalten uns, bis wieder jeder in seinem Tempo läuft.

Schwebefähre in PortugaleteAngekommen an der Schwebefähre von Las Arenas nach Portugalete staune ich schon wieder. Für 0,40 € geht es über den Fluss. Danach durch den Ort hinauf zur Herberge Bida Ona, wo bereits einige Pilger anwesend sind.lar und die Straßen voller Schüler auf dem Weg zur Schule. Es geht ziemlich schnell hinaus aus dem Ort, entlang der Straße und über die Autobahn hinüber. Der Weg ist auch für Fahrräder gut ausgebaut und es kommen mir einige einheimische Jogger und Biker entgegen. Pilger überhole ich einige, treffe sie später alle wieder.

 

Hier noch ein paar Bilder aus Bilbao:

Camino del Norte – von Bilbao nach Santander

Eine Woche auf dem Jakobsweg, oder: Eigentlich wollte ich nur wandern!

(GPS-Tracks findest du als Link unter den jeweiligen Tagesetappen)

15. Mai 2018 / Auf nach Spanien!

Es ist Dienstag, ich stehe mit meinem Rucksack am Frankfurter Flughafen und werde sogleich mit der Info versorgt, dass mein Flug nach Madrid 50 min Verspätung hat. Blöd nur, dass ich dort exakt so viele Minuten Umsteigezeit haben werde. Somit wird es knapp. „Camino del Norte – von Bilbao nach Santander“ weiterlesen

Blende 8 – die Sonne lacht

Ein neues altes Spielzeug für das Ex-DDR-Kind in mir

Während um uns herum die Welt immer digitaler wird, erlebt das „Analoge“ in vielen Bereichen eine Renaissance, nicht zuletzt in der Fotografie.

Ich war und bleibe wohl immer nur Hobbyfotoschnappschussfabrikantin. Dafür war die Entwicklung der digitalen und inzwischen sehr guten Kamera von Mobiltelefonen genau das Richtige. Hätte ich doch als Jugendliche bereits solche Möglichkeiten gehabt!  „Blende 8 – die Sonne lacht“ weiterlesen

Alphabet mit Piepmätzen

Buchstaben, Lettering, Piepmatz-Illustration

Lettering – die moderne Version der Kalligrafie

Wie schön, dass Kalligrafie wieder so modern ist! Und es macht so Spaß. Nun habe ich mir im unendlichen Internet ein Alphabet herausgesucht, das mir sehr gut gefällt und es mit meinen Piepmätzen ergänzend aufgemalt.

Noch ist es nicht vollständig, wird es aber.

Wieder 11 Jahre alt sein

Für einen Tag wieder elf Jahre alt sein und mit dem besten Freund, der besten Freundin oder beiden nach der Schule verabreden, Abenteuer erleben und in der milden Frühsommersonne auf Bordsteinen sitzend übers Weltall philosophieren.

Bonbons lutschen, bis der Gaumen schmerzt, Eis essen, bis der Bauch weh tut. Fahrrad fahren, bis die Kette abspringt, glauben dass es kein altes Klapprad, sondern ein schickes Crossrad sei…

…zu Winterwanderungen aufbrechen und sich dabei gegenseitig Mut zureden, dass wir gemeinsam den Heimweg schaffen.

Kind auf Schneewehe am Straßenrand, altes schwarz-weiß Foto

Wer schafft die weitesten Sprünge über den Hügel?

Die Knie aufgeschlagen, die kurze Jeans zerrissen vom über Zäune klettern, der Mund verschmiert, die Finger schmutzig, die Haare zerzaust, sausen wir die Bergstraße hinab. Du, mein bester Kumpel, hast sogar einen Tacho am Fahrrad und brüllst mir laut unsere Wahnsinnsraketengeschwindikeit zu, während mein Fahrrad anfängt zu vibrieren. Toll fühlt es sich an, wir sind unverwundbar, unsterblich!

Zum Glück ist der Verkehr nicht mit dem von heute zu vergleichen. Kein Helm schützt unsere Köpfe.

Noch einmal möchte ich mit dir auf der Trauerweide sitzen, die uns so schön hinter ihrer Langhaarfrisur verbirgt und mit selbstgebastelten Erbsenspuckrohren auf den Briefkasten schießen.

Laut kichernd möchte ich Limo mit dir trinken, bis sie uns zur Nase heraus kommt. Einmal mehr versuchen ein Floß zu bauen, mit dem wir die Weltmeere befahren, was die kleinen Ententeiche für uns sind.

Mein bester Kumpel, ich vermisse dich oft seit dieser Zeit.

Die beginnende Pubertät trennte uns. Dann zog ich weg und fand nie wieder vergleichbare Freundschaften wie mit dir und der besten Freundin aus Kindertagen. Ihr seid bis heute ganz tief in meinem Herzen eingebrannt.

Unsere Zeit war so wertvoll und schön. Das wohlige, geborgene Gefühl von damals vermisse ich viel zu oft.

Jetzt ist mein jüngstes Kind selbst in dem Alter. Mein Sohn fährt genauso Fahrrad wie wir damals, wenn auch immerhin mit Helm. Die Lebenszeit rennt. Ich möchte ihm zurufen: „Bleib noch ein wenig länger Kind!“

Nussschale

Ein Baby im Mutterleib, das bereits gebildeter ist als so mancher Erwachsene? Beziehungsverstrickungen, menschliche Abgründe, Alkoholexzesse und sogar ein geplanter Mord…

Am Flughafen Frankfurt entdeckte ich dieses Buch von Ian McEwan. Perfekte Urlaubslektüre für die Woche in Lappland.

Aus der Sicht des Ungeborenen wird hier eine höchst seltsame Geschichte erzählt, die von Liebe, Hass, Wissen und dem Leben handelt. Die Vorstellung, das Baby könne bereits in solch ausdrucksstarker, unverblümter Sprache denken, welche die Geschehnisse in farbigen und bis ins Detail ausgeschmückten Bildern präsentiert, ist so wunderbar und absurd gleichzeitig, auch wenn es mich an manchen Stellen etwas zweifeln lässt.

Was wäre, wenn das Kind im Mutterleib tatsächlich so viel mehr von der Welt verstünde, als die Wissenschaft bisher annimmt? Wir glauben ja heutzutage viel darüber zu wissen. Babys werden vor der Geburt bereits gezielt „gefördert“, um das Beste aus ihnen herauszuholen. Wir beschallen sie mit Mozart, lesen ihnen Bücher vor, singen oder halten Spieluhren an den mütterlichen Bauch, nehmen Kontakt über Streicheleinheiten auf, etc..

Nicht so im Buch! Hier wird der kleine Mensch leider Zeuge von Ablehnung, erfährt die Auswirkungen von Alkohol und muss sich mit Tatsachen auseinandersetzen, die man keinem Ungeborenen wünscht. Er beeinflusst die Geschehnisse durch gezielte Tritte gegen den Bauch der Mutter und leitet am Ende seine Geburt selbst ein (gar nicht so unwirklich). Den Mord kann er nicht verhindern, aber dass die Täter ungestraft davon kommen.

Also, aufgepasst, liebe werdende Eltern: Plant ihr eine Straftat, so könnte euer Kind ein ernstzunehmender Zeuge werden.

Mein Fazit: Sehr unterhaltsame Lektüre, in der Schwangerschaft nur bedingt zu empfehlen 😉

Adjö, Sverige!

Parfümgeschwängerte zu warme Luft, Kinderlachen, murmelnde Stimmen, Geraschel von aufreißenden Sandwichverpackungen, das Brummen und Rauschen des Flugzeugs.

Wir sitzen wieder mal in einem Lufthansa Airbus auf dem Heimweg aus einer anderen Welt.

Eine Welt voller Schneemassen, klarer, kalter Luft, Ruhe, polarlicht- und sternverziertem Himmel. Eine Welt fast ohne Elektronik, ohne Stress, ohne Strom, dafür immer frisches Quellwasser, Sauna, viele lustige, nette Gespräche, viel Bewegung, Einfachheit, Reduzierung auf Wesentliches. Zwischenmenschliches. Archaisches. Naturverbundenheit.

Auf Wiedersehen, geliebtes Schweden und vielleicht bis bald!

Wildnisdorf Solberget am Abend der Abfahrt. Moritz bringt unser Gepäck auf dem Lastschlitten zu den Autos.
Wildnisdorf Solberget am Abend der Abfahrt. Moritz bringt unser Gepäck auf dem Lastschlitten zu den Autos.