Wings for Eichenkeimlinge

Bin mit Muskelkater aufgewacht, nach gestriger stundenlanger Gartenarbeit bzw. „Kampf“ mit 1.000.000 Eichenkeimlingen. Die kleinen Freunde des Vorgartens bereiten mir jedes Jahr erneut Blasen an den Händen (trotz Handschuhen), wenn sie sich mit aller Kraft und kilometerlangen Wurzeln gegen das Herausziehen wehren…


Also war für heute ein ruhiges Läufchen geplant und gleichzeitig zweiter Testlauf mit der #wingsforlifeworldrun App. So mäanderte ich gemütlich durch den Wald, traf ein Mittagsreh und hübsche, dreifarbige Glockenblümchen.

Am Ende hatte ich etwas mehr Kilometer als geplant auf der Uhr (und in den Beinen), da ich für einen kurzen Testlauf wohl doch zu schnell war u d das virtuelle Einfang-Auto einfach nicht kommen wollte.

Bin noch unschlüssig, welche Strecke es am Sonntag wird, auf der ich vor dem virtuellen „Das-Ziel-holt-dich-ein-Auto“ davon rennen will… 🚙
Unser Wald hat zu viel Steigung, der Park zu viele Menschen, die Feldwege sind landschaftlich langweilig. Mäh.

Ultra Interval Challenge

Heute vor einer Woche lief ich Tag und Nacht 80 Kilometer in Intervallen, also in 8 Abschnitten. Eine nette Idee von ein paar verrückten Schweden, das Training für Ultraläufer auf diese Weise interessanter zu gestalten… jedenfalls eine echt harte Herausforderung! Besonders in den frühen Morgenstunden zog der Schweinehund ganz schön an mir, doch ich war stärker und startete nach dem ersten Lauf um 00:01 und kurzer Schlafpause um kurz vor 3 Uhr nachts zum zweiten Mal auf einer 10-km-Strecke, begleitet von meinem Mann, der zumindest einen Teil der 80 km mitlaufen wollte. Härter war das dritte Intervall um kurz vor 6 Uhr – da nicht einfach den Wecker zu ignorieren und alles hinzuschmeißen war echt schwer.

So ging es dann weiter – ca. alle drei Stunden ein Intervall.

Die zweite Hälfte der Intervalle überzog ich bei der Streckenlänge immer etwas, um ein wenig Puffer für den Schluss zu lassen und das letzte Stück möglichst kurz zu halten. Das war auch gut, denn die zuletzt verbliebene abendliche 5km-Runde war kaum noch zu schaffen. Während Thomas ein paar Intervalle auf dem Mountainbike hinter sich brachte, begleitete er mich auf dem letzten, während ich am ganzen Körper schlotterte und nur noch vor mich hin schlurfte.

Zurück zu Hause wärmte ich mich erst mal in der heißen Badewanne und hatte dann HUNGER!

Das Gefühl, in 24h die 80km (reine Laufzeit betrug 7:47h) gelaufen zu sein ähnelte etwas einem Marathon, trotz der Pausen dazwischen.

Die Tage darauf verbrachte ich mit Ultra-Relaxing, etwas Yoga und der Faszienrolle und schwups – kein Muskelkater!

Gestern kam dann auch noch das bestellte Shirt zur Challenge, welches ich jetzt voller Stolz als mein Finisher-Shirt trage 🙂

– ABGESAGT –

Gestern war eine meiner Aufgaben, in diversen Veranstaltungskalendern und Social Media Kanälen die Veranstaltungen meines Arbeitgebers abzusagen – bis Mitte April keine Kultur mehr in der Stadt!

Heute musste ich mich nun selbst schweren Herzens entscheiden, ob ich meine Wochenendreise nach Dresden antreten oder stornieren will. Nach stündlicher Prüfung der Buchungsseiten und Medienberichten entschied ich mich gegen die Reise.

Schade. So langsam legen die behördlich angeordneten Vorsichtsmaßnahmen wegen der sich ausbreitenden Corona-Virus-Epidemie das öffentliche Leben lahm.

Ein Bundesland nach dem anderen schließt seine Schulen. Im ganzen Land wurden erste Groß- und schließlich nach und nach alle Veranstaltungen abgesagt.

Die Deutsche Bahn nimmt inzwischen anstandslos auch nicht stornierbare Tickets ihrer Kunden zurück.

Also werde ich das Wochenende zuhause verbringen, statt mir Dresden anzuschauen, werde weiter auf heimischen Pfaden laufen statt an der Elbe und beim ebenfalls abgesagten Dresdner Stadtlauf und mir überlegen, wie ich das jüngere Kind die nächsten Wochen sinnvoll beschäftigen kann.

Wir steuern also auf einen Shutdown zu und können schon mal für die Apokalypse üben. Aber immerhin mit Sekt im Kühlschrank und Wein im Keller. Prost!

Ja, ich will!

Graffiti in Barcelona

Wie vor einem Jahr wünsche mir, dass Tage wie der heutige nicht mehr nötig sind, dass endlich verstanden wird, wie wichtig Feminismus für Alle ist, dass kein Mensch mehr Angst vor Übergriffen haben muss, dass Menschen aufhören, sich über andere zu stellen, dass Chancengleichheit und gegenseitiger Respekt Normalität sind, dass wir uns helfen und ermutigen, die Schönheit, Kreativität, das Potential in jedem Menschen zu sehen… ach und so viel mehr!

Wir sind noch so weit weg von dem, wie wir leben könnten, sodass es uns allen besser ginge.

Wenn ich an die Kinder in aller Welt denke, die in ihrer Entwicklung gebremst werden, die nicht so sein dürfen, wie sie wollen, die zu Menschen erzogen werden, die andere in ihnen sehen wollen, denen weh getan wird, die missbraucht und getötet werden, kann ich nur Schmerz und Wut fühlen und mich wundern, warum sich nicht endlich viel mehr Menschen viel lauter dagegen stellen.

Bin ich eigentlich gerechter aufgewachsen? Hatte ich als Mädchen das Gefühl, alles so tun und lassen zu können wie Jungs? Nein! Auch dort gab es Ungerechtigkeiten, wurden Unterschiede gemacht, die ich nicht verstand. Um nur ein winziges Beispiel zu nennen: Unterricht in „Nadelarbeit“ (also Handarbeit wie Nähen, Stricken, Häkeln) war für Jungs ab der 5. Klasse freiwillig, für Mädchen weiterhin Pflicht. Meine Reaktion darauf war Trotz. Ich boykottierte den Unterricht, weigerte mich, richtig mitzumachen und erntete als Reaktion natürlich kein Verständnis, sondern nur Tadel und schlechte Benotung. Wäre es für alle Pflicht oder freiwilliger Unterricht gewesen, hätte ich vielleicht Spaß daran gehabt.

Noch ein Beispiel aus der eigenen Familie: mein Bruder bekam andere Dinge zu Weihnachten/Geburtstag als ich – nicht, weil er sie sich wünschte, sondern weil angenommen wurde, das sei eben für Jungs und nicht für Mädchen.
Ich hörte Sprüche wie „benimm dich wie eine junge Dame“, „sitz nicht so rüpelhaft da“, „gehe anständig und nicht so jungenhaft“, „schrei nicht so laut“, „zieh bitte ein Kleid/Rock an zum Spazierengehen“ (sonntags – ich hasste es!), …

Mir würde noch viel mehr einfallen – je älter ich wurde, desto öfter kam ich mit diesen Ungerechtigkeiten in Kontakt. Natürlich könnte man das herunterspielen und denken, das seien Lappalien im Vergleich zu dem, wie es in anderen Teilen der Welt aussieht. Doch wie sehr auch wir hier in den sog. entwickelten Ländern im Patriarchat gefangen sind (Männer wie Frauen!), muss man erst mal verstehen. Wir haben das noch lange nicht überwunden, es zeigt sich nur viel subtiler.

Einige Zeit glaubte ich sogar, wir brauchen doch keinen Feminismus mehr, es sei doch schon alles auf einem guten Weg, ich wolle keine Feministin sein, mich schließlich nicht bei Männern unbeliebt machen (!). Und schwups, war ich mitten drin gefangen und eingenommen vom patriarchalischen System, in dem selbst Frauen sich so verhalten, dass sie das System aufrecht erhalten.

Zum Glück (oder Fluch?) begann ich irgendwann wieder zu merken, was in der Welt los ist, las entsprechende Literatur („Wüstenblume“ von Waris Dirie als Einstieg war ein Schock für mich) und fühlte wieder, dass wir einiges ändern müssen.

Darum sage ich heute „Ja, ich will!“ und nicht „ich möchte“ oder „ich will das nicht“, lasse mich nicht mehr ausbremsen und werde – wenn nötig – laut für Andere!

Ich will selbst über meinen Körper entscheiden, will, dass jedes Kind unabhängig vom Geschlecht entscheiden kann, was es anziehen, womit es spielen, in welche Rolle es schlüpfen mag. Lasst sie sich ausprobieren, statt sie in Schablonen zu pressen.

Stürmische Zeiten

Schon wieder Sturmwarnungen, sodass sogar diverse Karnevalszüge abgesagt werden. Nicht, dass ich viel Wert auf Karneval lege (Alemannische Fasnet ist schon eher mein Ding, aber lang ist’s her)…

Ich war lieber Laufen und was soll ich sagen: komme so langsam wieder zur alten Kraft zurück. Heute lief es richtig gut.

Da gönne ich mir und meinem Sohn gerne diese Pancakes mit Apfelkompott und englischer Marmelade, ein richtig leckeres Sonntags-nach-dem-Sport-Spätstück, das mich zudem noch an meinen letzten Englandaufenthalt erinnert : )

Kanadische Pfannkuchen

Pinguine finden

Seit etwa einer Woche trage ich nun Reisedaten nach, lade Fotos und GPX Dateien hoch und schwelge dabei in Erinnerungen. Ich hüpfe von Frankfurt nach Phoenix oder Windhoek, ein paar Minuten später bin ich auf dem Tafelberg in Kapstadt, in Chile oder am Indischen Ozean, einen Tag danach auf Lanzarote, in Norwegen,…

Was ist passiert? Ich habe die Seite findpenguins * entdeckt, die es auch als App gibt. Sie bietet den kostenlosen Service, Reise“Tagebücher“ zu führen, seine Reisen und Ausflüge zu dokumentieren, inklusive Kartenmaterial. Alles sehr komfortabel und schön anzusehen. Und eine weitere Möglichkeit, viel Zeit am Computer zu verbrennen…




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Totale Sonnenfinsternis – Erinnerungen an 1999

„…beschlossen wir, uns an der Küste entlang durch die Felsen zu bohren. Wir überquerten Kiesstrände, rutschten über Algen, bestiegen Leitern und gingen durch dunkle, feuchte Felstunnel, bis wir endlich an unser Ziel gelangten. Vor uns lag die von uns drei Tage mit Strapazen gesuchte Stadt Étretat.“

Sarah, Freitag, 6. August 1999
Kreidefelsen, Steilküste in der Nähe von Étretat

Dies war der letzte Eintrag in unserem Reisetagebuch, bevor wir unsere seltsame Interrail-Rucksack-Wandertour an der Küste der Normandie abbrechen mussten, weil ich krank wurde.

Wir hatten zuvor einige Tage in Paris verbracht und waren anschließend mit dem Zug Richtung Normandie aufgebrochen, um entlang der Küstenlinie von Le Havre bis Étretat zu wandern. Vier junge Menschen, ausgestattet mit einem Zwei-Personen-Zelt, teils zu schweren Rucksäcken, zu wenig Essen und vor allem zu wenig Trinkwasser. Aber wir wollten das Abenteuer – wild zelten an der Steilküste und schließlich die totale Sonnenfinsternis in ihrem Kernschatten an einem der schönsten Orte erleben.
Abenteuer hatten wir, doch leider auch etwas Stress untereinander und ich dann eben diese blöde, sehr schmerzhafte Blasenentzündung. So verließen wir Frankreich bereits wenige Tage vor dem großen Ereignis und erlebten die SoFi weniger spektakulär in München – was damals ebenfalls im Kernschatten lag.

Einmal durchgefegt.

Ja, es sieht schon wieder anders aus hier. Habe mal ein neues Theme ausprobiert und finde es viel schöner. Leider habe ich nicht die Zeit, WordPress komplett selbst zu launchen und möchte ungern Geld für Werbefreiheit zahlen…also verzeiht bitte die nervigen Werbeblocks!

Zu Beginn (2005!) war ich auf blogspot/blogger, doch das war mir irgendwann nicht komfortabel genug, vor allem mobil, deshalb der Umzug zu WordPress.com – soviel am Rande.

Vielleicht hat ja jemand von den erfahreneren Bloggern mal einen Tipp, wie man kostenlos und werbefrei EINFACH und mobil (per App) bloggen kann? Ich wurde leider nicht fündig.

Recovery

Mühsam, Eichhörnchen und so, mensch kennt das. Also heute war ich nach 2 Tagen Indoor-Gefängnis mal wieder draußen, weil mit meiner Freundin auf ein Süppchen und einen netten Spaziergang im Park verabredet.
Es geht mir um Welten besser als die letzten Tage, der Husten ist fast weg, der Schnupfen auch. Morgen wäre Lauftreff…
Nein, ich halte lieber doch noch einen Tag die Füße still und gönne Herz-Kreislauf noch etwas Ruhe.
Dass es mir mal so schwer fallen würde, auf Sport zu verzichten, wer hätte das gedacht?

Sturmfrei

Während mein Mann am Flughafen sitzt und darauf hofft, dass sein Flieger nach Johannesburg heute noch raus geht, wird aufgrund des Orkantiefs Sabine bereits für morgen an vielen Schulen „sturmfrei“ ausgerufen.

Die Kinder freut’s, mich auch ein wenig, weil ich so morgen nicht ganz so früh raus muss. Weniger erfreulich klingen die Sturmböen draußen, welche die Hecken, Pflanzenkübel und alles andere auf den umliegenden Terrassen umher peitschen. Ich hoffe sehr, dass die Nacht nicht so schlimm wird.

Unsere Wälder werden erneut ordentlich „Federn lassen“ müssen. Mal sehen, wie viele Bäume es dieses Mal mit nimmt. Immerhin hatte es viel geregnet und der schwere Lehmboden wird die Wurzeln wohl etwas mehr festhalten als beim letzten Sturm, doch all die separat stehenden dünnen Fichten werden es schwer haben.

Eine Woche ist es nun her, dass ich an der englischen Küste von Devon meinen ersten Ultramarathon gelaufen bin. Leider hatte sich zuerst mein Husten verschlimmert, den ich vor dem Lauf noch nicht gänzlich auskurieren konnte und übers Wochenende kam noch ein heftiger Schnupfen dazu. Da hat das Immunsystem ganz schön was zu tun. Natürlich ruhe ich mich jetzt richtig aus und werde erst wieder Sport machen, wenn ich ganz gesund bin. Krank sein ist doof, die ganze Zeit drin bleiben auch.