Follow your …what?

„Follow your heart“

…liest man auf Postkarten, Instagram-Fotos und Stofftaschen.

Aber wo ist es, mein Herz?

Was, wenn ich es verlöre

Wenn es zerbräche

Ich es nie wieder fände

?

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Avatar

Manchmal möchte man von diesem Planeten flüchten, mit Alexander Gerst (Link: www.esa.int) in die Soyuz-Rakete steigen und einfach abhauen. All der Hass, all die Zerstörung, die Gier vieler Menschen machen mürbe. Gier regiert die menschliche Welt und zerstört sie im selben Zug.  „Avatar“ weiterlesen

Blende 8 – die Sonne lacht

Ein neues altes Spielzeug für das Ex-DDR-Kind in mir

Während um uns herum die Welt immer digitaler wird, erlebt das „Analoge“ in vielen Bereichen eine Renaissance, nicht zuletzt in der Fotografie.

Ich war und bleibe wohl immer nur Hobbyfotoschnappschussfabrikantin. Dafür war die Entwicklung der digitalen und inzwischen sehr guten Kamera von Mobiltelefonen genau das Richtige. Hätte ich doch als Jugendliche bereits solche Möglichkeiten gehabt!  „Blende 8 – die Sonne lacht“ weiterlesen

Alphabet mit Piepmätzen

Buchstaben, Lettering, Piepmatz-Illustration

Lettering – die moderne Version der Kalligrafie

Wie schön, dass Kalligrafie wieder so modern ist! Und es macht so Spaß. Nun habe ich mir im unendlichen Internet ein Alphabet herausgesucht, das mir sehr gut gefällt und es mit meinen Piepmätzen ergänzend aufgemalt.

Noch ist es nicht vollständig, wird es aber.

Wieder 11 Jahre alt sein

Für einen Tag wieder elf Jahre alt sein und mit dem besten Freund, der besten Freundin oder beiden nach der Schule verabreden, Abenteuer erleben und in der milden Frühsommersonne auf Bordsteinen sitzend übers Weltall philosophieren.

Bonbons lutschen, bis der Gaumen schmerzt, Eis essen, bis der Bauch weh tut. Fahrrad fahren, bis die Kette abspringt, glauben dass es kein altes Klapprad, sondern ein schickes Crossrad sei…

…zu Winterwanderungen aufbrechen und sich dabei gegenseitig Mut zureden, dass wir gemeinsam den Heimweg schaffen.

Kind auf Schneewehe am Straßenrand, altes schwarz-weiß Foto

Wer schafft die weitesten Sprünge über den Hügel?

Die Knie aufgeschlagen, die kurze Jeans zerrissen vom über Zäune klettern, der Mund verschmiert, die Finger schmutzig, die Haare zerzaust, sausen wir die Bergstraße hinab. Du, mein bester Kumpel, hast sogar einen Tacho am Fahrrad und brüllst mir laut unsere Wahnsinnsraketengeschwindikeit zu, während mein Fahrrad anfängt zu vibrieren. Toll fühlt es sich an, wir sind unverwundbar, unsterblich!

Zum Glück ist der Verkehr nicht mit dem von heute zu vergleichen. Kein Helm schützt unsere Köpfe.

Noch einmal möchte ich mit dir auf der Trauerweide sitzen, die uns so schön hinter ihrer Langhaarfrisur verbirgt und mit selbstgebastelten Erbsenspuckrohren auf den Briefkasten schießen.

Laut kichernd möchte ich Limo mit dir trinken, bis sie uns zur Nase heraus kommt. Einmal mehr versuchen ein Floß zu bauen, mit dem wir die Weltmeere befahren, was die kleinen Ententeiche für uns sind.

Mein bester Kumpel, ich vermisse dich oft seit dieser Zeit.

Die beginnende Pubertät trennte uns. Dann zog ich weg und fand nie wieder vergleichbare Freundschaften wie mit dir und der besten Freundin aus Kindertagen. Ihr seid bis heute ganz tief in meinem Herzen eingebrannt.

Unsere Zeit war so wertvoll und schön. Das wohlige, geborgene Gefühl von damals vermisse ich viel zu oft.

Jetzt ist mein jüngstes Kind selbst in dem Alter. Mein Sohn fährt genauso Fahrrad wie wir damals, wenn auch immerhin mit Helm. Die Lebenszeit rennt. Ich möchte ihm zurufen: „Bleib noch ein wenig länger Kind!“

Nussschale

Ein Baby im Mutterleib, das bereits gebildeter ist als so mancher Erwachsene? Beziehungsverstrickungen, menschliche Abgründe, Alkoholexzesse und sogar ein geplanter Mord…

Am Flughafen Frankfurt entdeckte ich dieses Buch von Ian McEwan. Perfekte Urlaubslektüre für die Woche in Lappland.

Aus der Sicht des Ungeborenen wird hier eine höchst seltsame Geschichte erzählt, die von Liebe, Hass, Wissen und dem Leben handelt. Die Vorstellung, das Baby könne bereits in solch ausdrucksstarker, unverblümter Sprache denken, welche die Geschehnisse in farbigen und bis ins Detail ausgeschmückten Bildern präsentiert, ist so wunderbar und absurd gleichzeitig, auch wenn es mich an manchen Stellen etwas zweifeln lässt.

Was wäre, wenn das Kind im Mutterleib tatsächlich so viel mehr von der Welt verstünde, als die Wissenschaft bisher annimmt? Wir glauben ja heutzutage viel darüber zu wissen. Babys werden vor der Geburt bereits gezielt „gefördert“, um das Beste aus ihnen herauszuholen. Wir beschallen sie mit Mozart, lesen ihnen Bücher vor, singen oder halten Spieluhren an den mütterlichen Bauch, nehmen Kontakt über Streicheleinheiten auf, etc..

Nicht so im Buch! Hier wird der kleine Mensch leider Zeuge von Ablehnung, erfährt die Auswirkungen von Alkohol und muss sich mit Tatsachen auseinandersetzen, die man keinem Ungeborenen wünscht. Er beeinflusst die Geschehnisse durch gezielte Tritte gegen den Bauch der Mutter und leitet am Ende seine Geburt selbst ein (gar nicht so unwirklich). Den Mord kann er nicht verhindern, aber dass die Täter ungestraft davon kommen.

Also, aufgepasst, liebe werdende Eltern: Plant ihr eine Straftat, so könnte euer Kind ein ernstzunehmender Zeuge werden.

Mein Fazit: Sehr unterhaltsame Lektüre, in der Schwangerschaft nur bedingt zu empfehlen 😉

Adjö, Sverige!

Parfümgeschwängerte zu warme Luft, Kinderlachen, murmelnde Stimmen, Geraschel von aufreißenden Sandwichverpackungen, das Brummen und Rauschen des Flugzeugs.

Wir sitzen wieder mal in einem Lufthansa Airbus auf dem Heimweg aus einer anderen Welt.

Eine Welt voller Schneemassen, klarer, kalter Luft, Ruhe, polarlicht- und sternverziertem Himmel. Eine Welt fast ohne Elektronik, ohne Stress, ohne Strom, dafür immer frisches Quellwasser, Sauna, viele lustige, nette Gespräche, viel Bewegung, Einfachheit, Reduzierung auf Wesentliches. Zwischenmenschliches. Archaisches. Naturverbundenheit.

Auf Wiedersehen, geliebtes Schweden und vielleicht bis bald!

Wildnisdorf Solberget am Abend der Abfahrt. Moritz bringt unser Gepäck auf dem Lastschlitten zu den Autos.
Wildnisdorf Solberget am Abend der Abfahrt. Moritz bringt unser Gepäck auf dem Lastschlitten zu den Autos.

Umeå, die Stadt der Zeitreisenden

Es ist 01:50 als ich zum gefühlten 1000 Mal im „Arctic Circle Train“ aufwache, der gerade irgendwo in Schweden hält. Wir haben schon einige Stunden Zugfahrt vom Flughafen Stockholm Arlanda Richtung Norden hinter uns und nochmal so viele vor uns, bevor wir Nattavaara erreichen.

Die zwei Bier vom Abend melden sich, also wurschtel ich mich aus dem obersten der drei Betten im Abteil, dann in Hose und Schuhe, versuche dabei nicht meine Familie zu wecken und gehe mal zur Toilette.

Der Blick aus dem Fenster offenbart den Bahnhof von Umeå.

Ich versuche mich an einem Foto durch die spiegelnde Scheibe, und zwar genau 01:58 Uhr – siehe Screenshot:

Dann passiert es, ich reise in die Zukunft! In meinem Kopf vergehen zwei, in echt 58 Minuten!

Screenshot Nr2:

Als ich endlich richtig wach bin und das Hirn wieder funktioniert, wird mir klar, dass auch die Schweden noch immer an dieser dummen Zeitumstellung festhalten.

Doch wieder nichts mit Zeitreise…leise Enttäuschung macht sich breit, ich winke zu den Umeånern ein stummes „Adieu und bis bald“ und krabbele wieder in mein wackeliges Bett im sov vagn.

Wild Woman

Ein kleines Mädchen kommt zu mir aufs Papier…

Illustration, kolorierte zeichnung eines madchens mit blonden haaren, grünen federn im haar, kleid mit blumenmuster
Blumenkind, Illustration (03/2018)

Sie schaut etwas skeptisch in die Welt. Wahrscheinlich denkt sie noch nach über das, was vor sich gegangen war, als sie sich für die Geburtstagsfeier von Großtante Dorothee fertig machen sollte. Mama hat das gelbe Kleidchen mit Blumenmuster ausgesucht, ihr die Haare gekämmt… doch sie verweigerte die Zöpfe, die Mama ihr flechten wollte. Stattdessen bestand sie darauf, sich ihre grün gefärbten Federn in die Haare zu stecken, die sie im Wald gesammelt hatte. Wider der Kommentare von Eltern und Geburtstagsfeierverwandtschaft trägt sie diese mit Stolz.

Es ist Zeit vergangen, das kleine Mädchen zu einer Jugendlichen, fast schon jungen Frau herangewachsen. Noch weiß sie nicht so recht, was sie in der Welt erwartet.

Die grünen Federn hat sie durch etwas rote Farbe im Haar getauscht. Aber sie bewahrt sie noch in einem Erinnerungskästchen auf.

Illustration, zeichnung, Mädchen mit Zopf
Mädchen mit Zopf, Illustration (3/2018)

Manchmal, an Tagen, die tiefe Sehnsucht in ihr auslösen, holt sie das Kästchen hervor und schaut auf all die kleinen Erinnerungsstücke. Sie nimmt die Federn in die Hand und streicht sich damit über den Arm. Dann ist sie wieder das kleine Mädchen, das durch den Wald tanzt, das alle Tiere so lieb hat, auf der Wiese liegend nach Wolkenbildern schaut und unbekümmert jeden Tag nimmt, wie er kommt.

Das nun große Mädchen steht nackt an einem See und springt hinein. Das Wasser ist kühl und weich. Es fühlt sich so toll auf der Haut an, wenn sie hindurch gleitet.
Es riecht so frisch, macht den Kopf klar und tut gut, besonders an Sehnsuchtstagen.

Wild Woman, Portraitzeichnung, koloriert, Frau mit Bemalung im Gesicht, Frisur aus Blättern
Wild Woman, Illustration (3/2018)

Jahre sind vergangen. Das Mädchen ist erwachsener geworden, hat Unbekümmertheit durch Verpflichtungen und Routine ausgetauscht. Ihr Geist ist frei geblieben, voller Fantasie und Träume. Sie steht nun mitten in diesem, ihrem Leben und weiß, dass es keinen Sinn macht, sich von vermeintlichen Erwartungen leiten zu lassen. Sie schaut zurück auf das Mädchen, das sie gewesen ist und wünscht, sie könne ihr etwas mitgeben auf den Weg, der längst gegangen ist: mehr Mut, weniger Selbstzweifel, Vertrauen in die Welt und das Schicksal und vor allem sehr viel Liebe für sich selbst und alles Lebendige.

Sie holt die grünen Federn aus dem Erinnerungskästchen, befestigt sie in einem Traumfänger und hängt sie ins Fenster. Dann nimmt sie ein Bad, taucht mit dem Kopf unter und träumt sich zurück an den See ihrer Jugend.

Seltsame Gestalten

Seltsame Wesen bahnen sich den Weg aufs Papier. Sie sind weder weiblich noch männlich, irgendwas zwischen Mensch und Fabelwesen. Vielleicht kommen sie aus einer verborgenen Welt oder es sind einfach Hirngespinste.

Der Wurzelmensch hier mit den Kuhhörnern hat etwas schamanisches. Sein drittes Auge schaut mich an, während der Geist der Figur nach innen gerichtet scheint. Meditation.

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Jetzt wird’s noch seltsamer. Ein Mädchenkopf im Weinglas. Ihre langen Haare in den Wein getunkt, teils hängen sie übers Glas hinaus. Oben wachsen Zweige aus ihrem Kopf.

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…to be continued