Stille

Kein Bing, kein Kling
Kein Bild, kein Text

Nur Stille

Keine Worte, keine Gesten

Nur Stille

Wortlose Leere starrt mich an,
Leere macht sich in mir breit

Stille

Fragen formieren sich,
Antworten gibt es nicht

Unerträgliche Stille

Sorge

Schiebe sie weg, glaube, Antworten zu kennen – und wenn ich irre?

Vernunft

Sachliches Denken vertuscht Sorgen

Stille bleibt

Ausnahmsweise diesmal tränenlos
Genug geweint, genug zermürbt

Genug Stille gesucht um Antworten zu finden, die es vielleicht nicht gibt

Worte quellen in meinem Hirn zu Wolken auf und quälen mein Herz

Narben beginnen erneut zu schmerzen und drohen aufzubrechen

Wut beginnt Sorge zu vertreiben, brüllt „Was willst du eigentlich? Mit welchem Recht begehrst du auf?“

Begierde, Leidenschaft und Neugier pochen auf ihr Recht auf Dasein

Wut kontert mit Schuld

Aha, schuldig ist aber auch die andere Seite, die jetzt nur für Stille sorgt

Kann man aktiv Stille herbeiführen? Passiert diese nicht nur durch Passivität?

Kein Knoten platzt, keine Lösung, keine Klarheit wagen sich aus dem Gedankendschungel

Nur die Erinnerung flüstert ab und zu „Pling pling, schau, dies hier und jenes da, weißt du noch?“

Möchte schreien, aber ja doch! Genau deshalb ja!

Erinnerung an Freude und Leid, an Leidenschaft, Genuss und Sehnsucht

Schmerzen. Trauer. Wut.

Das Ende, so etwa? Weiß nichts mehr, fühle nichts mehr

Ruhe – ruh dich aus, lass los!

Nach wie vielen Flügen?

Flugzeugtragflächen bei Sonnenuntergang, Collage

Nach wie vielen Flügen hört das Gefühl auf, dass Fliegen etwas Besonderes ist?

Blick aus dem Flugzeug auf die Startbahn
Ich erinnere mich noch sehr genau an meinen ersten Flug (Mitte der 90er in einer Boeing 737 von Stuttgart nach Frankfurt und anschließend mit der 747 weiter nach Santiago de Chile), was wohl daran liegt, dass ich damals bereits 17 Jahre alt war und bis dahin so sehnsüchtig davon geträumt hatte, endlich in ein Flugzeug steigen zu können.

Flugzeugflügel einer Condor-Maschine über Kapstadt

Meine Kinder flogen mit etwa 2 Jahren zum ersten Mal und erinnern sich kaum noch daran. Für sie gehört es zu den Selbstverständlichkeiten des Lebens.

Seit meinem ersten Flug sind einige Meilen dazu gekommen (234.115 in Kilometern insgesamt), ich habe statistisch gesehen ca. 5,8 Mal die Erde umrundet (Vielflieger lächeln bei diesen Zahlen milde…), doch das schöne Gefühl ist immer noch da.

Eigentlich gehören wir dort nicht hin, so weit oben, über den Wolken.

Blick aus dem Flugzeugfenster auf Wolkenformationen

Etwas, das nur durch die große Sehnsucht des Menschen, sich auch in der Luft fortzubewegen, durch Visionen, Erfindergeist und technischen Fortschritt möglich wurde, fasziniert mich unglaublich.

Wenn jetzt noch eine Alternative zum umweltschädlichen Verbrennungsmotor auch für große Flugzeuge entwickelt würde, wäre die Fliegerei ohne schlechtes Gewissen machbar und ich umso glücklicher.

Wecker!

Das Grundbedürfnis nach Schlaf offenbart sich besonders dann, wenn du zu einer außergewöhnlich frühen Uhrzeit aufstehen musst, dann aber den Wecker am liebsten ignorieren oder in die Ecke pfeffern würdest, obwohl du dich so richtig auf den Grund für das frühe Aufstehen gefreut hattest. Faszinierend, wieviel Impulskontrolle und Selbstdisziplin es hier braucht. Oder Gewohnheit.