25 km/h

Wozu brauchst du immer noch eine Bestätigung, dass dir das zusteht?

Du bist über 40 und weißt, dass dir keiner mehr was vor machen kann. Worauf wartest du?

Wenn nicht heute, wann dann, verdammt nochmal?!

Da fahren zwei Brüder, die sich nach 30 Jahren erst zur Beerdigung ihres Vaters wieder sehen, mit ihren Mofas aus Teenagerzeiten los, vom Schwarzwald an die Ostsee und werfen sämtliche Bedenken über Bord. Sie machen ihren Jugendtraum wahr, überwinden Grenzen und fangen endlich an zu leben, bringen Dinge aus der Vergangenheit zu Ende.

Ein schönes Märchen erzählt der Kinofilm „25 km/h“ sehr unterhaltsam und mit einer Art Sehnsucht, die nur Leute jenseits der 30 verstehen.

Mach es jetzt, hör auf zu denken und tu es!

Dinge geschehen, weil wir sie wollen.

Marrakech

„Allez allez!

„Très bien, allez Madame!“

„Just one kilometer to go!“

Das sind ungefähr die Sätze, die mir von den Bürgersteigen entgegen gerufen werden, bevor das Ziel des 30. Marathon du Marrakech in Sicht kommt. Ich werde tatsächlich schneller, die lauten Rufe der Zuschauer treiben an und tragen mich. Dann die letzte Kurve, da ist das Ziel und ich gebe noch mehr Gas. Obwohl ich ab km 30 kontinuierlich langsamer wurde und der dezente Anstieg das Ganze noch erschwerte, kann ich jetzt noch letzte Energiereserven mobilisieren und renne durchs Ziel.

Überglücklich muss ich lachen, als mich der Mann bei der Medaillenübergabe fragt, ob ich gern eine zweite hätte. So sehr freue ich mich, vier Jahre nach meinem ersten Marathon nun den dritten gelaufen zu sein.

3:57:57 Nettozeit ist viel besser als ich erwartet hatte!
Von 185 Frauen bin ich auf Platz 56.
1133 Läufer waren insgesamt auf der Marathon-Strecke unterwegs, 6364 sind den Halbmarathon gelaufen.

Kurz hinter dem Ziel wird frisch gepresster Orangensaft ausgegeben, meine Rettung und das Beste, was man mir in so einem Moment geben kann.

Das Gehen gestaltet sich schwierig und vor allem schmerzhaft. Alle Bordsteine und Treppenstufen erscheinen zu hoch. Für den kurzen Weg zum Hotel brauche ich etwa doppelt so lang wie im „Normalzustand“ und fühle mich um 50 Jahre gealtert 😉

Am Abend muss dennoch ein Besuch der Medina sein (zu Fuß etwa 20 min entfernt), inklusive Essen auf einer der vielen Dachterrassen. Das Gewusel, die Musik und einfach alles hat seinen ganz besonderen eigenen Charme. Doch manche Lebewesen hier kann ich nur mit Mitleid betrachten: Die Dromedare, die an Straßenkreuzungen festgebunden auf Touristen warten, ebenso die Kutschpferde, die durch die lauten, mit Abgas gefüllten Straßen laufen müssen, der Affe, der an einer Kette über den Jemâa el-Fna geführt wird, die Schlangen und anderen Tiere, die einzig für die Unterhaltung von Menschen in engen Käfigen gehalten werden.

Ich werde die Farben und Gerüche von Marrakech in Erinnerung behalten, genauso die Oliven- und Orangenbäume, die Palmen, lachenden Kinder, all die freundlichen Menschen.

Au revoir! Ich komme wieder. Und ich laufe weiter!

M & M

Müdigkeit.

Dauerndes Gefühl, eine Erkältung zu kriegen. Aber es kommt keine. Meerklima fehlt. Zu wenig Schlaf. Zu viel Stadt. Zuviel von fast allem.

Linker Fuß macht mir Sorgen, weiß noch nicht, was es ist.

Sonntag Marathon in Marrakesch.

Daumen drücken, dass ich laufen kann. Wenn nicht, wird’s ein sehr langer Marsch.

Auf jeden Fall eine Sightseeingtour mal anders.

„…und seien Sie gut zu Ihren Kindern!“

sagte er zum Schluss und ging unter tosendem Applaus von der Bühne im ausverkauften Saal.

Hagen Rether, ein ruhiger, oft sehr bissiger, dennoch wohlwollender Kabarettist, der auf seine ganz besondere Art Gesellschaftskritik ans Publikum bringt, dabei nie anprangert, nie mit dem Finger auf andere zeigt, sich nicht über andere lustig macht oder gar selbst erhebt, fasziniert mit Gedanken, die weit über übliches Kabarett hinaus gehen.

Ein philosophischer, liebevoller, reflektierter Grünlinksfeminist oder so ähnlich, den ich gern für jeden Satz umarmt hätte.

Klares Fazit: Anhören!

The Atlantic and you

Ich liebe diesen Slogan von SATA!

Gleich geht’s zurück über den Atlantik nach Lissabon, allerdings mit TAP und dann weiter nach Frankfurt. Erst am späten Abend werden wir ankommen. Dann haben wir die uns bei der Hinreise geschenkten zwei Stunden wieder zurück gegeben und einen kompletten Tag an Flughäfen und in Flugzeugen verbracht.

Vielleicht komme ich irgendwann mal wieder und „noch vielleichter“ leiste ich mir dann den vierstündigen Direktflug mit Azores Airlines.

Sunrise, sunrise

Es ist Dienstag, der letzte Tag vor unserem Rückflug in den Frankfurter Winter, der, von diversen Erhebungen des Taunus abgesehen, eher zur erneuten Flucht anregt.

Für heute hatte ich mir den Wecker gestellt um ja nicht wieder den Sonnenaufgang zu verpassen. Wäre nicht nötig gewesen, da ich bereits um 5:00 hellwach bin.

Kurz nach 8:00 verlasse ich das Appartement und laufe los, immer am Meer entlang Richtung Leuchtturm am Ponta das Contendas und werde direkt von einem Bilderbuch-Sonnenaufgang begrüßt!

Sunrise

Die Strecke kenne ich zu zwei Dritteln ja bereits vom Vortag, nur dass mir die Kühe heute später begegnen. Die üblichen Hunde bellen, der Kleinbus sammelt Schulkinder ein und die Steigungen sind noch immer da. Die letzten 2 km bis zum Leuchtturm gibt die Gegend noch mal richtig Gas mir Höhenmeter zu verpassen. Eine sehr lange, sehr steile Straße hinunter rennen geht ja noch, doch da muss ich ja nachher wieder rauf!

Angekommen, kurz verschnaufen, Fotos machen und zurück.

Leuchtturm Ponta das Contendas

13 km sind es am Ende. Nicht besonders viel aber knackig. Zurück in Porto Martins an der Badestelle muss ich ins Wasser, wenigstens mit den Beinen! Es tut so gut! Ein Mann kommt mit Fahrrad und geht tatsächlich richtig schwimmen. Unerschrockene Insulaner eben, bin später etwa traurig, mich nicht getraut zu haben.

Der weitere Tag ist dann weniger anstrengend, dafür durchzogen von Sightseeing. Wir besuchen ohne unseren inzwischen alles verweigernden 12-Jährigen noch mal Angra do Heróismo, die größte Stadt der Insel, trinken einen Galão für den unfassbaren Preis von 1€ und fahren dann zu den beiden Vulkanhöhlen.

Diese sind wirklich beeindruckend. Die Algar do Carvão ist ein ehemaliger Vulkanschlot, in den man tief hinein steigt bis zu einem unterirdischen See und staunend in den sehr großen Lavakammern steht.

Die Gruta do Natal (Weihnachtshöhle) dagegen ist sehr viel kleiner, niedriger, weniger spektakulär. Dafür bekommt man am Eingang Helme, die auch nötig sind. Man kann sich in beiden Höhlen ohne Führung frei bewegen. Da sich die Höhlen sehr unterscheiden, empfiehlt es sich, beide zu besuchen. Es gibt ein Kombiticket für 9 € pro Person (Einzelticket 6 €).

Hier noch ein paar Fotos:

Vulkanschlot aus dem Inneren gesehen

Miradouro do Mistério

Es ist Montag, 7. Januar 2019, die Sonne scheint, als ich gegen 8 Uhr in einem für zwei Personen etwas zu engen Bett aufwache. Ja, bestes Wetter für einen morgendlichen Lauf am Meer!

Also mache ich mich auf den Weg die Promenade von Porto Martins und immer weiter die Küste entlang. Es wird irgendwann steil, Hunde bellen, der Wind weht noch immer sehr kräftig von Osten her.

Eigentlich hatte ich mir den nächstgelegenen Leuchtturm als Ziel ausgesucht. Doch nach einem langen, kräftezehrenden Anstieg und einem Blick auf die Uhr entscheide ich mich, nach 4 km umzukehren. Genau hier kommen mir plötzlich Kühe im „Gänsemarsch“ entgegen.

Also nehme ich dieselbe Route für den Rückweg und freue mich einfach über die so frische Luft und den tollen Blick auf den Atlantik.

Nach dem Frühstück fahren wir ins Innere der Insel, wollen die Lavahöhlen besuchen. Doch es ist extrem neblig, der Wind bläst Nieselregen von der Seite und die Höhlen sind ausgerechnet montags geschlossen. Also ab zur Nordküste von Terceira, wo wieder die Sonne scheint. Wir erklimmen einen Hügel, den Pico Matias Simaõ, von wo man einen wunderbaren Blick auf die umliegenden Felder und die Steilküste hat.

Dann fahren wir weiter zum Aussichtspunkt Ponta do Mistério, gelegen in einem Naturschutzgebiet an der Küste. Große Lavabrocken und Basaltsäulen dominieren hier die Steilküste. Wunderschön, aber etwas gefährlich, dort herum zu stolpern…. Die Lavabrocken liegen lose herum und es geht steil ins Meer hinab.

Abends machen wir noch einen kleinen Spaziergang, treffen einen Menschen, der tatsächlich im natürlichen „Meerschwimmbecken“ schnorchelt und trinken als Sundowner eine Flasche Superbock.

Das Abenteuer des Tages kommt dann zum Schluss: Wir haben Tiefkühlpizza gekauft und müssen nun herausfinden, wie man diese im Gasofen des Appartements zubereitet. Keiner von uns hat je mit einem Gasofen gebacken! Die Gebrauchsanleitung ist natürlich auf Portugiesisch und bezieht sich auf ein anderes, moderneres Modell.

Aber wir kriegen es hin. Zum Abschluss Rotwein auf der Terrasse, endlich draußen sitzen!

UFOs

Nachdem wir gestern Abend noch sehr nett im Restaurant nebenan essen waren (und dabei gefühlt die Hälfte der mit uns zurück geblieben Passagiere wieder trafen), folgte eine etwas kurze Nacht im Hotel Caravelas.

Nach dem Frühstück holte uns derselbe Taxifahrer ab, der uns gestern hierher gebracht hatte, denn so war es ausgemacht und nur dann bekommt er per Taxigutschein der Airline sein Geld von dieser.

8:30 sind wir wieder am Flughafen. Unser Flug soll 10:35 gehen. Das Wetter hat sich nur unwesentlich verändert. Dafür gibt es heute wunderbare Wolkenformationen am Himmel zu bestaunen, darunter einige Lenticular-Wolken, die sehr an UFOs erinnern. Vielleicht schaffen wir es ja damit nach Terceira?

Nein, nicht nötig, alles wird gut. Etwas verspätet kommt die kleine SATA Propellermaschine und nimmt uns mit. Zum Abschluss gibt Pico uns noch einen schönen Blick auf seinen gleichnamigen Vulkan und wir wackeln zur nächsten Insel.

Inselhüpfer

Voll ist es am kleinen Flughafen der Insel Pico. Unser Flug nach Terceira sollte planmäßig 17:00 gehen.

Der Flug nach Lissabon hat Verspätung, der Check-in quillt über. Wir sehen hier gefühlt so viele Menschen auf einem Haufen wie die letzten fünf Tage auf der Insel nicht!

Das Wetter ist, wie schon die letzte Woche, stürmisch.

Ein Blick meines Aviators auf die Flightradar24 App verrät gegen 15:30, dass der Airbus aus LIS kurz vor Pico umdreht und nach Ponta Delgada fliegt. Wahrscheinlich ist ihm bei diesem starken Seitenwind hier die Bahn zu kurz.

Und nun hat auch unser Flug Verspätung.

In Lajes stehen Flieger nach Mittelamerika. Wie wir sehen, gibt es dort aktuell mehrere Vulkanausbrüche.

Es bleibt abenteuerlich!

Update 18:26

Wir warten noch immer. Letzte Info, dass es 18:40 neue Infos geben soll.

Draußen fährt das Gepäck vorbei. Es regnet in Strömen von rechts nach links.

Update 20:18

Flug wurde gecancelt, Taxi, Hotel, Dinner. Es könnte schlimmer sein.

Magma

Am steilsten Hang von Santo Amaro, aus Lavagestein, Beton, Holz und Glas gebaut, liegt das Restaurant MAGMA mit einer grandiosen Aussicht auf den Atlantik.

Recht neu ist es und bereits sehr beliebt. Die Einrichtung ist eine Mischung aus dem modernen Stil von Großstadtcafés und zurückhaltenden, schlichten Naturmaterialien der Gegend. Das Essen ist portugiesisch, frisch und lecker, der Service sehr gut.

Direkt unterhalb des Restaurants werden gerade stilistisch ähnliche Häuser gebaut, evtl. als Ferienhäuser.

Desert Magma, Schokoladenkuchen mit Eis

Getestet und für gut befunden 🙂