Sinnbilder

Das ist Sehnsucht. Sie kann nicht reden. Aber sie kann fühlen. Und sie fühlt unendlich.

Illustration, Mädchen ohne Mund, umringt von Schmetterlingen, blaue Haare

Sie würde gern so vieles tun, doch das kann sie nicht, denn sie ist die Sehnsucht.

Manchmal setze ich mich neben sie und erzähle ihr, wie sehr sie mich immer wieder in ihren Bann zieht, wie sehr ich sie brauche, genieße und auch unter ihr leide.
Dann schaut sie mich durchdringend an und nimmt mich in den Arm.

Manchmal ist es so schlimm, dass ich es kaum mit ihr aushalte. Dann kann es passieren, dass ich ihr nachgebe. Ich laufe ihr nach und lasse mich ganz auf sie ein. Sie führt mich dann oft auf meinen Laufrunden durch den Wald oder an entfernte Orte, wie die Azoren oder Marrakesch oder sogar auf einen Jakobsweg

Illustration, Mädchen, das Schmetterling hinterher schaut

Ich mag sie, die Sehnsucht. Ohne sie hätte ich so vieles nicht entdeckt. Sie ist übrigens die Schwester von Melancholie. Manchmal treffe ich beide und oft verwechsele ich sie auch.

Feststeller

„So viele Jahre schon halte ich hier den Laden. Außerdem bin ich Feststeller. Und ich stelle so einiges fest, während ich auf die Straße schaue. Des nachts lasse ich den Kopf hängen und erhole mich vom Feststellen.“

Ansichten eines Fensterladenfeststellers

Zugvögel

Die ersten Kraniche wurden gerade in Deutschland gesichtet, auf dem Weg zu ihren Brutplätzen. Ist der Winter also schon vorbei? Ich hoffe sehr für Sie, dass kein Kälteeinbruch mehr kommt, wie so oft in den letzten Jahren noch spät im Februar oder März!

Kraniche und Wildgänse stehen für mich so sehr für Fernweh, Sehnsucht und Reiselust.

Kaum bin ich von einer Reise zurück, könnte ich schon wieder los.

Und so kommt mir der Wunsch des Sohnes gerade recht, der gerne mal nach Paris möchte.

Gesucht, gebucht – geht ja so schön einfach heutzutage. Für uns in den „reichen Ländern“ wohlgemerkt, in unserer persönlichen bubble of life.

So viele Menschen auf der Welt haben diese Möglichkeit nicht. Nicht mal ihre Grundbedürfnisse nach Nahrung und Sicherheit sind erfüllt. Wie weit klaffen diese Welten noch immer auseinander…

Wir werden also im Frühling mit dem Zug nach Paris fahren und uns dort eine schöne Zeit machen. Nur Mutter und Sohn. Ein Privileg, dessen ich mir wohl bewusst bin und das eigentlich keines sein sollte.