Nasse Füße, kaputtes Knie

Da draußen war es heute nicht gemütlich, ganz und gar nicht. Schneematsch vom Feinsten. Das wunderschöne Weiß des Vormittags wurde gegen Abend in eine riesige Socken-und-Schuh-Trief-Anlage verwandelt. Ich machte mich nach einem langen Arbeitstag dann doch noch recht spät auf meine in diesem Jahr 151. Laufrunde und bekam genau das oben Genannte zu spüren. Pitschnasse Füße quietschten unter mir vor sich hin, während ich so durch die mehr oder weniger beleuchteten Stadtteile meinen Weg suchte. Auf dem letzten Kilometer (wie typisch) übersah ich dann wohl einen Gullideckel und flog mal wieder so richtig hin. Knie aufgeschürft, Laufhose kaputt, aber einigermaßen mit den Armen abgefangen, sonst wäre ich wohl noch mit dem Kopf auf den Weg geknallt. Die Hose ist zum Glück eine meiner ältesten, drum tut das nicht so sehr weh.

Dank einer schönen Bronchitis konnte ich im November und Anfang Dezember nicht so viel laufen, wie geplant. Ich hänge meinem geheimen Ziel etwas hinterher, auch wenn ich die angepeilten 1500 km für dieses Jahr sicher bald habe. Letztes Jahr um diese Zeit war ich schon weit über der 1500…

Geheim, geheim, jaja, der Kopf hat da so einiges in diversen Hinterstübchen. Ob es was wird, weiß ich nicht. Hängt vom Moment ab. Ich gehöre eher zu den Menschen, die lieber nicht verraten, was schief gehen könnte… sondern erst hinterher erzählen.

Zeit ist relativ

Als Kind erschienen mir 2. Weltkrieg und Nazi-Regime der 30er/40er Jahre sehr lange her – das war „Früher“, also zu Urzeiten…

Je älter ich werde, desto gefühlt kürzer wird der Zeitraum seit Ende dieser ‬“Epoche“!

Es geht sicher nicht nur mir so und ist ein bekanntes Phänomen, dass das Zeitempfinden sich mit der Zeit verändert. Wir alle kennen das.

Mir ist es nur gerade so extrem bewusst geworden, während ich das Zeitgeschehen verfolge.

Ich will nicht, dass diese Zeit vergessen wird! Ich will nicht, dass diese Geschichte sich wiederholt!

Werdet laut gegen Rechts! Ich bin nicht mehr still.