Fröhliche Coronachten

„Das Corona-Testzentrum am Frankfurter Flughafen ist aktuell stark überlastet, es kann zu Wartezeiten von mehreren Stunden kommen“, meldet die Warn-App.

Mir fehlen die Worte, wenn ich sehe, wie viele Menschen in unserem Land die Empfehlungen zur Pandemiebekämpfung nicht ernst nehmen, sie zu umgehen versuchen oder sogar dagegen protestieren, während in Griechenland Flüchtlingskinder im Schlamm von Ratten angefressen werden und gegenüber ehrenamtlichen Helferinnen Selbstmordgedanken äußern.

Meine kleine Spende an Ärzte ohne Grenzen kommt mir fast lächerlich vor, viel lieber würde ich sofort eines dieser Kinder dort rausholen und ein vorübergehendes Zuhause bieten, bis seine Eltern eine neue, sichere Existenz aufgebaut haben. Europa schaut weg, sperrt Geflüchtete weg in menschenverachtende Zustände, während weitere flüchtende Menschen auf dem Mittelmeer ertrinken. Wo bleibt unsere Menschlichkeit, wo das Mitgefühl? Wovor zur Hölle haben wir Angst und warum lassen wir diese Menschen nicht in unsere Mitte???

Wenn mir irgendwo ein verwundetes Tier begegnen würde, rief ich den Tierschutz an und würde Hilfe holen. Wenn ich zu einem Unfall dazukäme, würde ich helfen oder Hilfe holen. Wenn mir etwas passieren würde, wäre ich froh, wären da Andere, die mir ihre Hilfe anböten. Warum weigern wir uns als wohlhabende Europäische Union, geflüchteten Menschen in Not eine Perspektive zu geben?

Kleine Illustration, Weihnachtsbaum aus Kringeln mit gelbem Stern an der Spitze

– ABGESAGT –

Gestern war eine meiner Aufgaben, in diversen Veranstaltungskalendern und Social Media Kanälen die Veranstaltungen meines Arbeitgebers abzusagen – bis Mitte April keine Kultur mehr in der Stadt!

Heute musste ich mich nun selbst schweren Herzens entscheiden, ob ich meine Wochenendreise nach Dresden antreten oder stornieren will. Nach stündlicher Prüfung der Buchungsseiten und Medienberichten entschied ich mich gegen die Reise.

Schade. So langsam legen die behördlich angeordneten Vorsichtsmaßnahmen wegen der sich ausbreitenden Corona-Virus-Epidemie das öffentliche Leben lahm.

Ein Bundesland nach dem anderen schließt seine Schulen. Im ganzen Land wurden erste Groß- und schließlich nach und nach alle Veranstaltungen abgesagt.

Die Deutsche Bahn nimmt inzwischen anstandslos auch nicht stornierbare Tickets ihrer Kunden zurück.

Also werde ich das Wochenende zuhause verbringen, statt mir Dresden anzuschauen, werde weiter auf heimischen Pfaden laufen statt an der Elbe und beim ebenfalls abgesagten Dresdner Stadtlauf und mir überlegen, wie ich das jüngere Kind die nächsten Wochen sinnvoll beschäftigen kann.

Wir steuern also auf einen Shutdown zu und können schon mal für die Apokalypse üben. Aber immerhin mit Sekt im Kühlschrank und Wein im Keller. Prost!

Pinguine finden

Seit etwa einer Woche trage ich nun Reisedaten nach, lade Fotos und GPX Dateien hoch und schwelge dabei in Erinnerungen. Ich hüpfe von Frankfurt nach Phoenix oder Windhoek, ein paar Minuten später bin ich auf dem Tafelberg in Kapstadt, in Chile oder am Indischen Ozean, einen Tag danach auf Lanzarote, in Norwegen,…

Was ist passiert? Ich habe die Seite findpenguins * entdeckt, die es auch als App gibt. Sie bietet den kostenlosen Service, Reise“Tagebücher“ zu führen, seine Reisen und Ausflüge zu dokumentieren, inklusive Kartenmaterial. Alles sehr komfortabel und schön anzusehen. Und eine weitere Möglichkeit, viel Zeit am Computer zu verbrennen…




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Totale Sonnenfinsternis – Erinnerungen an 1999

„…beschlossen wir, uns an der Küste entlang durch die Felsen zu bohren. Wir überquerten Kiesstrände, rutschten über Algen, bestiegen Leitern und gingen durch dunkle, feuchte Felstunnel, bis wir endlich an unser Ziel gelangten. Vor uns lag die von uns drei Tage mit Strapazen gesuchte Stadt Étretat.“

Sarah, Freitag, 6. August 1999
Kreidefelsen, Steilküste in der Nähe von Étretat

Dies war der letzte Eintrag in unserem Reisetagebuch, bevor wir unsere seltsame Interrail-Rucksack-Wandertour an der Küste der Normandie abbrechen mussten, weil ich krank wurde.

Wir hatten zuvor einige Tage in Paris verbracht und waren anschließend mit dem Zug Richtung Normandie aufgebrochen, um entlang der Küstenlinie von Le Havre bis Étretat zu wandern. Vier junge Menschen, ausgestattet mit einem Zwei-Personen-Zelt, teils zu schweren Rucksäcken, zu wenig Essen und vor allem zu wenig Trinkwasser. Aber wir wollten das Abenteuer – wild zelten an der Steilküste und schließlich die totale Sonnenfinsternis in ihrem Kernschatten an einem der schönsten Orte erleben.
Abenteuer hatten wir, doch leider auch etwas Stress untereinander und ich dann eben diese blöde, sehr schmerzhafte Blasenentzündung. So verließen wir Frankreich bereits wenige Tage vor dem großen Ereignis und erlebten die SoFi weniger spektakulär in München – was damals ebenfalls im Kernschatten lag.

Ein neues Lauf-Abenteuer

Ich könnte jetzt hier das obligatorische Instagram Foto meines quadratisch angeordneten Lauf-Kits einfügen, doch habe ich gar kein solches.

Auf geht’s nach Südengland! Ein neues Abenteuer wartet. Fast genau ein Jahr nach meinem völlig verrückten Marathon-Trip nach Marrakesch bin ich erneut unterwegs um mich zu quälen. Der South Devon Ultra soll es diesmal sein und somit ein neuer Meilenstein: Ultradistanz!

Weiterlesen „Ein neues Lauf-Abenteuer“

Pause von allem am Polarkreis

Die letzten Tage habe/bin ich:

  • zum Geburtstag am Polarkreis mit Schokoladenkuchen und mir von vorangegangen Reisen bekannten Gästen überrascht worden
  • in einer Gegend ohne jegliches künstliches Licht unter klarem Himmel gestanden und mich über Sternschnuppen gefreut
  • wunderbares, selbst geschöpftes Quellwasser getrunken
  • Rentiere, Elche, lustige Hunde und Menschen getroffen
  • gut gegessen
  • in der Sauna geschwitzt
  • Feuer gemacht
  • nackt im Schnee gestanden
  • bei Minusgraden und Kerzenschein auf dem Plumpsklo gesessen
  • viel gelacht
  • gut geschlafen
  • Ruhe getankt
Toilettenkerze
Rentier

Und ich bin über die zugefrorene Ostsee gelaufen – wie schon als Kind einmal an der ostdeutschen Küste – nur dieses Mal am anderen „Ende“.

5 Tage Auszeit und so viele Eindrücke, viel erlebt.

Danke, Universum 🙂

zugefrorene Ostsee bei Luleå

Nordschweden 4.0

Es ist 15:40 Uhr und ich mache ein paar Schnappschüsse aus dem SAS Flieger, der uns von Arlanda nach Luleå bringt, während wir zur Startbahn rollen und schließlich sehr wackelig abheben. Über den Wolken wird es ruhig und ich kann noch den Rest des Sonnenuntergangs am Horizont sehen.

Zum vierten Mal bin ich nun unterwegs nach Lappland, diesmal ohne Nachtzug, sondern aufgrund der begrenzten Zeit ganz unökologisch per Flugzeug. Morgen, an meinem 43. Geburtstag, fahren wir den Rest der Strecke von Luleå nach Nattavaara.

Aber erstmal freue ich mich auf eine Nacht in dem Hotel, das uns vor ziemlich genau 3 Jahren als „Notunterkunft“ nach einer langen kalten Nacht im liegen gebliebenen Nachtzug diente. Damals konnten wir uns nur kurz im Clarion Sense aufhalten. Die Zeit reichte für eine heiße Dusche und ein grandioses (wenn nicht sogar das bis dahin beste) Hotel-Frühstück.

South Africa reloaded

Ja, was soll ich schon schreiben? Viel haben wir bei unserem nunmehr 7. Besuch im Süden Afrikas erlebt, gesehen und auf uns wirken lassen.

Ich könnte hier unzählige Fotos hochladen von den wilden Tieren, den Menschen, der grandiosen Landschaft, unseren Wandertouren oder kulinarischen Genüssen.

Doch irgendwie ist das Netz bereits überfüllt mit all diesen Dingen, es gäbe nichts Neues, Einzigartiges zu berichten. Oder doch? Und mein Hirn ist einfach noch nicht fertig mit der Verarbeitung? Möglich. Vielleicht bin ich gerade auch einfach etwas zu müde, zu satt und zu genervt von zu viel Social Media und Bloggerkram.

Hier trotzdem ein paar meiner persönlichen Highlights unserer Reise:

Sie führte uns (zwei Familien mit jeweils zwei Teenagern) in der ersten Woche von Johannesburg zum Krügerpark, über Swaziland nach Saint Lucia. Dann flogen wir von Durban nach Capetown und verbrachten die zweite Woche in und um Stellenbosch mit Wandern, Laufen, lecker Essen und einem abschließenden Picknick in großer Runde (Freunde, die später dazu kamen).

Abenteuer Afrika 7.0

Samstag. Irgendwo vor Zanzibar wache ich auf, es sind -49°C draußen und wir rauschen mit 568mph in 11583m Höhe über den Indischen Ozean, über Afrika, durch die Welt.

Noch knapp dreieinhalb Stunden bis unser Bus, äh, der Qatar Airbus A350 in Johannesburg landet.

Hier im “Bus” sitzen Menschen unterschiedlichster Kulturkreise, hier oben sieht die Welt friedlich aus.

Und dann sind wir da, fahren mit dem Mietwagen durch die wohl trostloseste Gegend Südafrikas, an Industriebauten, verbrannter Landschaft, kargen Ackerflächen vorbei. Unsere Freunde sind zum ersten Mal hier. Mir tut es fast etwas leid, dass ihr erster Eindruck von diesem schönen Land dieser sein wird.

Kurz nach Sonnenuntergang kommen wir im Marloth Park an und werden erst mal von Giraffen, Kudus und Impalas begrüßt.

Morgen geht es dann in den Krüger Park, Touristenprogramm… an einem Sonntag! Wir rechnen mit “erhöhtem Verkehrsaufkommen” 😉

Ein Stück Lissabon

stück handgemachte seife

Nachdem ich heute mal wieder mit Haus putzen dran war, fand ich das sorgfältig in eine kleine Papiertüte eingewickelte Stück handgemachte Seife, welches ich Anfang Juni auf dem Flohmarkt in der Alfama von der Seifenmacherin persönlich gekauft hatte.

Es war ein schönes verlängertes Wochenende mit Mann und Freunden. Doch wir waren nicht etwa nur der Stadt wegen dort, sondern wegen der erstmalig in Portugal stattfindenden Marillion Convention, heißt: drei Konzert-Abende mit der Lieblingsband, etwas Programm drum herum und viel Sightseeing.

Nun werde ich vorerst bei jedem Händewaschen an die heißen Tage in Lissabon zurück denken 🙂

Hier noch ein paar Schnappschüsse:

street art lissabon container bemalt als astronautwand fliesen street art lissabon nackte frauinstagram husband at work in lissabon

Instagram husband at work 😉

instagram husband at work

collage wandfliesen lissabon
Collage diverser Wandfliesen

kaktus an hauswand in lissabonstreet art lissabon