Totale Sonnenfinsternis – Erinnerungen an 1999

„…beschlossen wir, uns an der Küste entlang durch die Felsen zu bohren. Wir überquerten Kiesstrände, rutschten über Algen, bestiegen Leitern und gingen durch dunkle, feuchte Felstunnel, bis wir endlich an unser Ziel gelangten. Vor uns lag die von uns drei Tage mit Strapazen gesuchte Stadt Étretat.“

Sarah, Freitag, 6. August 1999
Kreidefelsen, Steilküste in der Nähe von Étretat

Dies war der letzte Eintrag in unserem Reisetagebuch, bevor wir unsere seltsame Interrail-Rucksack-Wandertour an der Küste der Normandie abbrechen mussten, weil ich krank wurde.

Wir hatten zuvor einige Tage in Paris verbracht und waren anschließend mit dem Zug Richtung Normandie aufgebrochen, um entlang der Küstenlinie von Le Havre bis Étretat zu wandern. Vier junge Menschen, ausgestattet mit einem Zwei-Personen-Zelt, teils zu schweren Rucksäcken, zu wenig Essen und vor allem zu wenig Trinkwasser. Aber wir wollten das Abenteuer – wild zelten an der Steilküste und schließlich die totale Sonnenfinsternis in ihrem Kernschatten an einem der schönsten Orte erleben.
Abenteuer hatten wir, doch leider auch etwas Stress untereinander und ich dann eben diese blöde, sehr schmerzhafte Blasenentzündung. So verließen wir Frankreich bereits wenige Tage vor dem großen Ereignis und erlebten die SoFi weniger spektakulär in München – was damals ebenfalls im Kernschatten lag.

SOUTH DEVON ULTRA

Das war der bisher schönste und härteste Lauf meines Lebens!

Mit neuer Erfahrung, wohl verdientem Muskelkater und wunderbaren Momenten im Gepäck kehre ich aus Südengland zurück.
Es war eine super organisierte Veranstaltung, tolle Helfer an den aid stations / check points und noch dazu Traumwetter, womit wohl kaum jemand gerechnet hatte nach dem Dauerregen zuvor.
So viel Matsch hatte ich noch nie unter den Füßen und in meinen Schuhen!

Ich habe es geschafft, habe durchgehalten, auch wenn zwischendurch Zweifel an mir nagten und sich ab 44km meine Knieschmerzen zurück meldeten. Nach 8:15h lief ich überglücklich ins Ziel und wurde herzlich empfangen. Ohne diesen nervigen Husten, der mich seit einiger Zeit plagt, hätte ich sicher noch etwas schneller sein können. Aber ich bin schon froh, dass es überhaupt geklappt hat.

collage south devon ultra
#nevergiveup

The Atlantic and you

Ich liebe diesen Slogan von SATA!

Gleich geht’s zurück über den Atlantik nach Lissabon, allerdings mit TAP und dann weiter nach Frankfurt. Erst am späten Abend werden wir ankommen. Dann haben wir die uns bei der Hinreise geschenkten zwei Stunden wieder zurück gegeben und einen kompletten Tag an Flughäfen und in Flugzeugen verbracht.

Vielleicht komme ich irgendwann mal wieder und „noch vielleichter“ leiste ich mir dann den vierstündigen Direktflug mit Azores Airlines.

Sunrise, sunrise

Es ist Dienstag, der letzte Tag vor unserem Rückflug in den Frankfurter Winter, der, von diversen Erhebungen des Taunus abgesehen, eher zur erneuten Flucht anregt.

Für heute hatte ich mir den Wecker gestellt um ja nicht wieder den Sonnenaufgang zu verpassen. Wäre nicht nötig gewesen, da ich bereits um 5:00 hellwach bin.

Kurz nach 8:00 verlasse ich das Appartement und laufe los, immer am Meer entlang Richtung Leuchtturm am Ponta das Contendas und werde direkt von einem Bilderbuch-Sonnenaufgang begrüßt!

Sunrise

Die Strecke kenne ich zu zwei Dritteln ja bereits vom Vortag, nur dass mir die Kühe heute später begegnen. Die üblichen Hunde bellen, der Kleinbus sammelt Schulkinder ein und die Steigungen sind noch immer da. Die letzten 2 km bis zum Leuchtturm gibt die Gegend noch mal richtig Gas mir Höhenmeter zu verpassen. Eine sehr lange, sehr steile Straße hinunter rennen geht ja noch, doch da muss ich ja nachher wieder rauf!

Angekommen, kurz verschnaufen, Fotos machen und zurück.

Leuchtturm Ponta das Contendas

13 km sind es am Ende. Nicht besonders viel aber knackig. Zurück in Porto Martins an der Badestelle muss ich ins Wasser, wenigstens mit den Beinen! Es tut so gut! Ein Mann kommt mit Fahrrad und geht tatsächlich richtig schwimmen. Unerschrockene Insulaner eben, bin später etwa traurig, mich nicht getraut zu haben.

Der weitere Tag ist dann weniger anstrengend, dafür durchzogen von Sightseeing. Wir besuchen ohne unseren inzwischen alles verweigernden 12-Jährigen noch mal Angra do Heróismo, die größte Stadt der Insel, trinken einen Galão für den unfassbaren Preis von 1€ und fahren dann zu den beiden Vulkanhöhlen.

Diese sind wirklich beeindruckend. Die Algar do Carvão ist ein ehemaliger Vulkanschlot, in den man tief hinein steigt bis zu einem unterirdischen See und staunend in den sehr großen Lavakammern steht.

Die Gruta do Natal (Weihnachtshöhle) dagegen ist sehr viel kleiner, niedriger, weniger spektakulär. Dafür bekommt man am Eingang Helme, die auch nötig sind. Man kann sich in beiden Höhlen ohne Führung frei bewegen. Da sich die Höhlen sehr unterscheiden, empfiehlt es sich, beide zu besuchen. Es gibt ein Kombiticket für 9 € pro Person (Einzelticket 6 €).

Hier noch ein paar Fotos:

Vulkanschlot aus dem Inneren gesehen

Miradouro do Mistério

Es ist Montag, 7. Januar 2019, die Sonne scheint, als ich gegen 8 Uhr in einem für zwei Personen etwas zu engen Bett aufwache. Ja, bestes Wetter für einen morgendlichen Lauf am Meer!

Also mache ich mich auf den Weg die Promenade von Porto Martins und immer weiter die Küste entlang. Es wird irgendwann steil, Hunde bellen, der Wind weht noch immer sehr kräftig von Osten her.

Eigentlich hatte ich mir den nächstgelegenen Leuchtturm als Ziel ausgesucht. Doch nach einem langen, kräftezehrenden Anstieg und einem Blick auf die Uhr entscheide ich mich, nach 4 km umzukehren. Genau hier kommen mir plötzlich Kühe im „Gänsemarsch“ entgegen.

Also nehme ich dieselbe Route für den Rückweg und freue mich einfach über die so frische Luft und den tollen Blick auf den Atlantik.

Nach dem Frühstück fahren wir ins Innere der Insel, wollen die Lavahöhlen besuchen. Doch es ist extrem neblig, der Wind bläst Nieselregen von der Seite und die Höhlen sind ausgerechnet montags geschlossen. Also ab zur Nordküste von Terceira, wo wieder die Sonne scheint. Wir erklimmen einen Hügel, den Pico Matias Simaõ, von wo man einen wunderbaren Blick auf die umliegenden Felder und die Steilküste hat.

Dann fahren wir weiter zum Aussichtspunkt Ponta do Mistério, gelegen in einem Naturschutzgebiet an der Küste. Große Lavabrocken und Basaltsäulen dominieren hier die Steilküste. Wunderschön, aber etwas gefährlich, dort herum zu stolpern…. Die Lavabrocken liegen lose herum und es geht steil ins Meer hinab.

Abends machen wir noch einen kleinen Spaziergang, treffen einen Menschen, der tatsächlich im natürlichen „Meerschwimmbecken“ schnorchelt und trinken als Sundowner eine Flasche Superbock.

Das Abenteuer des Tages kommt dann zum Schluss: Wir haben Tiefkühlpizza gekauft und müssen nun herausfinden, wie man diese im Gasofen des Appartements zubereitet. Keiner von uns hat je mit einem Gasofen gebacken! Die Gebrauchsanleitung ist natürlich auf Portugiesisch und bezieht sich auf ein anderes, moderneres Modell.

Aber wir kriegen es hin. Zum Abschluss Rotwein auf der Terrasse, endlich draußen sitzen!

42

Vor 42 Jahren soll es ein sehr kalter, schneereicher Januar gewesen sein, zumindest dort, wo ich geboren bin.

Dieser Januar hat es aber auch in sich. Als ich vor 12 Monaten diese Gegend hier alleine erkundete, war es frühlingshaft warm und sonnig, während wir nun zwischen Orkanböen, Regen und hin und wieder etwas Sonne versuchen, das Beste daraus zu machen. Die Azoren sind nun mal keine Badeinseln, sondern Abenteuer!

Am heutigen 3. Januar ist das Wetter gnädig und schenkt uns zu meinem Geburtstag ein Lächeln. Wir beschließen, von Madalena aus die Fähre zur Nachbarinsel Faial zu nehmen und fahren nach dem Frühstück gemütlich los. Mit dem letzten Rest an Datenvolumen hatten wir den Fahrplan herausgefunden.

10 Uhr sind wir am Hafen, dessen Fährterminal architektonisch etwas an Ostblockflughäfen erinnert. Sogar einen Check-In für Gepäck gibt es.

Leider erfahren wir erst hier, dass die nächste Fähre nur eine Personenfähre ist und keine Autos mitnimmt.

Trotzdem kaufen wir Roundtrip Tickets zum günstigen Preis von 16 € und spazieren noch etwas durch den Ort bis zur Abfahrt.

11:30 Uhr geht’s dann los. Das Schiff ist wirklich klein. Wir setzen uns ganz oben aufs Außendeck. Es wird eine Schaukelpartie, da wir ein ganzes Stück offenen Atlantik überqueren müssen. Einige Male spritzt das Wasser bis zu uns hoch und wir werden doch etwas nasser als gedacht.

In Horta angekommen, trocknen wir bei einem Spaziergang in der Sonne aber schnell wieder. Wir haben gerade Zeit für einen Rundgang durch den Ort, einen Cortado in einer Pastelleria und kaufen ganz altmodisch ein paar Postkarten.

Schon geht es wieder zurück zum Fährhafen. Der Rückweg geschieht mit der etwas größeren, moderneren Autofähre, wobei hier nur Platz für maximal 8 PKW ist. Die Überfahrt geht schneller und weniger schaukelig.

Anschließend gehen wir im gemütlichen Café Cinq etwas essen.

Am Nachmittag ist mir noch nach einem kurzen Lauf. Also erklimme ich San Amaros steile Straßen und lasse mich dabei von Kühen und vorbeifahrenden Einheimischen bestaunen.

Abends gibt es Ofenkartoffeln mit Brokkoli und eine Flasche portugiesischen Murganheira.

Das war er also, mein 42. Geburtstag. Mal sehen, ob wir morgen dann wieder Glück mit dem Wetter haben und etwas wandern können.

Ich bin wieder hier

Luft! Meer! Natur! Ruhe!

Blick hinab zu Sete Cidades

Ich stehe mit Mann und Sohn am Miradouro Vista do Rei und schaue hinab nach Sete Cidades, zu den beiden Seen des Vulkankraters, den ich vor 11 Monaten zu Fuß umrundet hatte. Etwas ist anders: Mehr Touristen sind unterwegs, der Aussichtspunkt ist neu angelegt, das Wetter ist nicht ganz so schön wie letztes Mal.

Wir schauen uns die Bauruine des Hotels an, danach fahre ich zum Lagoa do Canario, von wo aus wir den bequemen, sehr schönen Weg zum Aussichtspunkt Miradouro da Boca do Inferno gehen. Leider brechen heute die Wolken nicht auf und der Blick in den Krater bleibt von hier verborgen.

Dann fahren wir hinab in den Krater, halten kurz und weiter geht’s auf die andere Seite.

Kurzes Picknick am Meer auf den Lavafelsen bei Mosteiros und Weiterfahrt über den Nordwesten zurück nach Ponta Delgada.

Rainbow Island

Es ist Freitag, Tag 4 auf der Azoren-Insel. Der Wetterfrosch verspricht heute Sonne bei etwas frischeren Temperaturen und soll Recht behalten. Also ideale Bedingungen für eine erneute und etwas längere Wanderung.

Ich starte am Miradouro da Vista do Rei und möchte auf dem Panoramaweg den Ort Sete Cidades und damit den Vulkankrater umrunden. Weiterlesen „Rainbow Island“

Bergmöwen und Baumfarn

Blick durch Farn vom Berg aufs Meer

Hafen von Ponta Delgada

Für heute habe ich mir eine sehr schöne, aber auch anspruchsvolle Rundtour ausgesucht, die in der Nähe des Küstenortes Água De Alto beginnt und mich zum Vulkansee Lagoa Do Fogo führt.
Insgesamt bin ich etwa drei Stunden unterwegs (Pausen eingerechnet). Gleich zu Beginn geht es steil bergauf, vorbei an Weiden und Ackerland. Es ist sonnig und ich komme schnell ins Schwitzen.

 

Weiterlesen „Bergmöwen und Baumfarn“

Mit leichtem Gepäck

img_1752

28 Liter fasst mein neuer Trekking-Rucksack. Nicht viel und eine echte Herausforderung, wenn man damit auf Tour gehen will.

Morgen kommt der Rucksack erstmalig zum Einsatz und darf gleich mal mit mir fliegen: Von Frankfurt über Lissabon geht es nach Ponta Delgada auf den Azoren.

…spontaner Kurztrip für 5 Nächte, einfach mal raus, ab auf die Insel weit draußen im Atlantik und schon lange auf meiner Reiseliste.

Ich bin sehr gespannt!