Little Sad Cat

Manchmal ist es einfach schwer, nicht zu verzweifeln.

Die Nacht bereits schlaflos und herzklopfend verbracht, wendet sich das Ende des Tages wenigstens etwas zum Guten und erstaunt mich einmal wieder, wie dadurch das Fünkchen Hoffnung in Fröhlichkeit aufblüht.

Nun bin ich gespannt, wieviel Zeit vergehen wird, bis die „little sad cat“ sich erneut auf meine Schulter setzt…

Loslassen

Heute war nun der erste richtige Fastentag. Nur Wasser, Tee, etwas Hafersuppe, Wasser, Tee, …

Ja, ich habe Hunger, doch ich will durchhalten. Nachmittags ein Spaziergang inklusive Bärlauch pflücken. Was freue ich mich, wenn wir das leckere Bärlauch-Pesto essen dürfen!

Bärlauch im Wald

Bärlauch-Pesto in der Zubereitung fertiges Bärlauch-Pesto

Viel schlimmer als Hunger war der Gang zum Tierarzt, der heute bevor stand, da unsere letzte Rattenlady seit einigen Tagen schwer atmete und es ihr offensichtlich sehr schlecht ging.

Sie verabschiedete sich mit einem Rattenkuss von mir und wollte lieber auf den Arm als in der Transportbox bleiben. Nachdem sie die Betäubungsspritze erhalten hatte, nahm ich sie zu mir. Nach einer Weile kam das Narkosemittel dran. So durfte die kleine Fellnase friedlich und schnell auf meinem Arm einschlafen.

Der Moment der Entscheidung, dem geliebten Tier vom TA beim Sterben helfen zu lassen und somit den Todeszeitpunkt zu bestimmen, ist sehr schlimm. Es aber langsam und qualvoll sterben zu sehen, ist schlimmer. Beide Varianten nun genug erlebt. Einfach sterben “wollten” unsere nicht.

zahme Ratte im Arm

So traurig das Ganze war, so froh bin ich, dass es diese Art der Sterbehilfe gibt.

Mach’s gut, kleine Tortellini, und stups die anderen von uns, wir lieben euch!

Das Schicksal winkt wie wild

Parallelen. Immer wieder.

Namen. Sie hat denselben wie sie!

Orte.

Gefühle.

Da ist es wieder, dieses Gefühl, das Schicksal hätte es so vorgesehen.

Warum sonst all diese Parallelen?

Einbildung?

Titel in Zeitschriften, Erzählungen von Freunden, Begegnungen, Begebenheiten – alles nur Einbildung?

Ach, ich bin verrückt, alles Wunschdenken, Träumerei.

Was, wenn nicht?

Vertrauen.

Stille

Kein Bing, kein Kling
Kein Bild, kein Text

Nur Stille

Keine Worte, keine Gesten

Nur Stille

Wortlose Leere starrt mich an,
Leere macht sich in mir breit

Stille

Fragen formieren sich,
Antworten gibt es nicht

Unerträgliche Stille

Sorge

Schiebe sie weg, glaube, Antworten zu kennen – und wenn ich irre?

Vernunft

Sachliches Denken vertuscht Sorgen

Stille bleibt

Ausnahmsweise diesmal tränenlos
Genug geweint, genug zermürbt

Genug Stille gesucht um Antworten zu finden, die es vielleicht nicht gibt

Worte quellen in meinem Hirn zu Wolken auf und quälen mein Herz

Narben beginnen erneut zu schmerzen und drohen aufzubrechen

Wut beginnt Sorge zu vertreiben, brüllt „Was willst du eigentlich? Mit welchem Recht begehrst du auf?“

Begierde, Leidenschaft und Neugier pochen auf ihr Recht auf Dasein

Wut kontert mit Schuld

Aha, schuldig ist aber auch die andere Seite, die jetzt nur für Stille sorgt

Kann man aktiv Stille herbeiführen? Passiert diese nicht nur durch Passivität?

Kein Knoten platzt, keine Lösung, keine Klarheit wagen sich aus dem Gedankendschungel

Nur die Erinnerung flüstert ab und zu „Pling pling, schau, dies hier und jenes da, weißt du noch?“

Möchte schreien, aber ja doch! Genau deshalb ja!

Erinnerung an Freude und Leid, an Leidenschaft, Genuss und Sehnsucht

Schmerzen. Trauer. Wut.

Das Ende, so etwa? Weiß nichts mehr, fühle nichts mehr

Ruhe – ruh dich aus, lass los!

Birdy – Musik fühlen

peter gabriel, cover, birdy

Ich sitze im Auto, fahre die Serpentinenstraße zum Vulkan hoch. Mein Smartphone spielt über die Auto-Lautsprecher Peter Gabriels Musik ab.Weg im Nebel
Dunkle, dumpfe Trommeltöne, schwere Bässe und langgezogene Bläsertöne dröhnen laut durch mich durch. Sie durchfließen meinen Kopf, meinen Körper, machen Gänsehaut, bringen mich innerhalb weniger Sekunden in eine andere Welt. Weiterlesen „Birdy – Musik fühlen“

Tennisball im Kopf

Manchmal kannst du einfach nur noch weinen.

traurige Gesichter, Illustration von silvanillion

Zum Beispiel, wenn dir jemand erzählt, dass etwas gesundheitlich nicht stimmt, und zwar so gar nicht stimmt, dass man mit dem Schlimmsten rechnen muss. Oder wenn jemand vor dir steht und dir vom plötzlichen Tod seines nahen Familienmitglieds erzählt. Das kommt immer ungebremst und schlägt dir mit einer Wucht entgegen, mit der du nicht rechnest. Und das manchmal sogar, obwohl du die Person kaum oder gar nicht kennst.

Aber die Fassungslosigkeit, Trauer, Wut, Verzweiflung – all die Gefühle, die dein Gegenüber gerade durchmacht, lassen sich kaum unterdrücken. Sie dringen nach außen und – sofern du keinen professionellen Panzer an hast – durch dich durch. Sie berühren dich und nehmen dich ein Stück mit. Das kann nur Sekunden, Minuten andauern und manchmal lässt es dich länger nicht mehr los.

Du bist Mensch, ein lebendiges Wesen voller Gefühle und Empathie.
Lass es zu, wenn dich andere auf diese Weise berühren. Es ist wichtig und gut.
So bewahren wir uns das Miteinander.