Der Januar

Inspiriert von Erich Kästners Gedicht entstand diese schnelle Zeichnung, eher eine Skizze.

Kann man ein Gedicht lieb haben? Ja. Dieses traf mich mitten in mein Herz.

„Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege. (…)
Man steht am Fenster und wird langsam alt.“

Twitterartexhibit

Am 15. Mai 2021 findet in Cheltenham (UK) eine Kunstausstellung namens Twitterartexhibit zugunsten eines Leukämie Fonds statt, zu der Künstler aus aller Welt eigens dafür kreierte Bilder im Postkartenformat spenden.

Dieses Mal schicke ich auch ein Bildchen auf die Reise, in der Hoffnung, dass es jemandem gefällt und somit einen Teil zur Spendenaktion beiträgt.

Illustration kleiner Fuchs im Postkartenformat

Alle Karten werden zu einem festgelegten, einheitlichen Preis während der Ausstellung und danach in einem Onlinekatalog verkauft.

Mach‘s gut, kleiner Fuchs und gute Reise nach England!

mood

Bin so still hier geworden, aber der Alltag lässt es kaum zu, geistige Ergüsse in diesem Blog zu veröffentlichen.

Es gibt mich noch. Mein Leben besteht aus dem Jonglieren von Familie, Arbeit, Hund, Sport und anderen Hobbies.

So stellt sich schon manchmal die Frage, ob ich das Ganze hier einfach löschen sollte.

Alles neu macht die Mayla

Schon seit der herzallerliebste Schäferhund meines Opas verstarb (ich war damals 6 Jahre jung und es war nicht der letzte Hund des Opas) war mir klar, dass ich irgendwann einen eigenen Hund haben werde.

Autorin als baby im heu sitzend mit  Schäferhund
1977 als Baby mit Opas Schäfi im Heuhaufen

Dass es allerdings dann noch 37 Jahre dauern sollte, hätte ich nicht gedacht. Nun bin ich im Leben zwar schon zweimal „ungeplant“ Mutter geworden, doch die Entscheidung zu diesem (Adoptiv-)Kind mit vier Beinen habe ich mir nicht leicht gemacht. Seit Jahren jammerten die Kinder „Aaaaaalle haben einen Hund, warum nicht wir?“ und insgeheim wünschte ich mir für uns als Familie so sehr auch einen, doch irgendwie passte unsere Lebensweise nie so, dass wir einem Hund hätten gerecht werden können. Dann kam Corona und damit viel Zeit zum Nachdenken. Das Tochterkind wurde in dieser Zeit volljährig, erklärte sich bereit, uns zu unterstützen, weitere Reisen sind vorerst nicht geplant, wenn also Hund, warum dann nicht jetzt?
Also schickte ich endlich den Interessenten-Bogen einer von mir schon länger beobachteten Tierschutz-Organisation, die Hunde aus rumänischen Tierheimen vermittelt, weg. Natürlich hatte ich mich auch hier vor Ort nach Tierheimhunden umgesehen, doch irgendwie war da nie der potentielle Herzenshund dabei.
So ließen wir das Schicksal entscheiden, hatten unser Vorgespräch mit einem Vertreter der Organisation und bekamen das Okay zu einer Vermittlung. Wie lange sich das daraufhin hinziehen sollte, wussten wir nicht.
Ich hatte aus der Galerie auf der Webseite einen Wunschhund und einen „Zweitwunsch“ auf dem Bogen angegeben. Beide waren allerdings schon vermittelt und durften Ende Mai nach Deutschland ausreisen. Mit unserer Vermittlerin wurde ausgemacht, dass wir als Ersthundebesitzer wohl besser einen Hund von einer Pflegestelle nehmen sollten, was in meinen Augen wirklich schlauer ist, weil der Hund dann schon in Deutschland ist und bereits etwas Sozialisation erfährt, man ihn vor der Entscheidung besuchen kann und immer Ansprechpartner hat, die den Hund kennen. So die Idealvorstellung.

Dann ging alles plötzlich sehr schnell. Ich bekam innerhalb weniger Tage einen Anruf der Vermittlerin, dass mein „Zweitwunschhund“ von seinen eigentlichen Adoptanten wieder abgegeben werden soll, da die Hündin sehr viel größer sei als in der Beschreibung. Konnte keiner verstehen, aber wenn Leute schon so komische Argumente liefern, ist es wohl besser, den Hund dort wieder weg zu holen. So wurde ich gefragt, ob ich sie nehmen würde und überlegte gar nicht lang. Das Herz entschied und schob die Vernunft beiseite.

Also machte ich mich am darauffolgenden Wochenende mit beiden Kindern, dem Freund der Tochter, einer geliehenen Transportbox und einer Tube Leberwurst auf den Weg. Wir hatten einen Treffpunkt „in der Mitte“ unserer Wohnorte ausgemacht, was für uns 1,5 h Autofahrt pro Strecke bedeutete. Die Vorbesitzer und wir waren jeweils schon weit vor der vereinbarten Zeit vor Ort, Papiere und Hund wurden übergeben, der Hund von dem Mann des Pärchens als „Vorsicht, sie ist aggressiv!“ beschrieben, alles Gute gewünscht und die Leute waren schneller weg, als wir gucken konnten.

Zuhause angekommen, traute sich unsere Mayla recht bald aus der Box und begutachtete das Wohnzimmer. Als sie durch die bodentiefen Fenster den Garten entdeckte, versuchte sie mit allen Mitteln, raus zu kommen. War gar nicht so leicht, sie zu beruhigen.

Ach, und der ja-viel-zu-große-Hund stellte sich als genau so groß dar, wie von der Organisation beschrieben und kam uns plötzlich so klein vor 😉

Allein das brachte viele Zweifel in mir auf, ob vielleicht andere Gründe hinter der Abneigung der Vorbesitzer steckten. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass sie die Hündin zwar erst wieder loswerden, dann aber doch behalten wollten, aber die Organisation logischerweise kein „Hin und Her“ für den Hund akzeptierte.

Soweit der Beginn mit unserem Familienzuwachs. Das ist jetzt 6 Wochen her und es hat sich enorm viel getan. Anfängliche Schwierigkeiten mit tatsächlich aggressivem Verhalten der Hündin gegenüber meinem Mann und Sohn, die dazu führten, dass auch wir vor der Entscheidung standen, sie wieder abzugeben, sind so gut wie überwunden. Wir hatten keine leichte Zeit, ein sehr spezielles Erlebnis mit einem sogenannten Hundetrainer, der das Ganze noch eskalieren ließ und haben uns trotz dem für die Hündin und einen gemeinsamen Weg entschieden.

Momentan bin ich mit ihr alleine, Mann und Sohn machen eine gemeinsame Fahrrad-Alpenüberquerung und wichtige Vater-Sohn-Zeit, Tochter ist – wie fast nur noch – bei ihrem Freund.

Die Überraschungen, die so ein Tier mit sich bringt, sind täglich neu und nicht immer schön. Doch dann gibt es auch die tollen Momente. Gestern nahm ich Mayla zum ersten Mal mit zur Laufgruppe, wo eine weitere Hündin anwesend war. Wir hatten uns natürlich vorher abgesprochen. Es lief erstaunlich gut, also Mayla lief wie ein kleiner Husky, übermotiviert von der Anwesenheit der größeren Hündin. Anschließend ließen wir sie sich kennenlernen, was sehr positiv verlief. Hund glücklich, dass sie endlich mal Kontakt zu einem anderen Hund haben durfte und ich glücklich, weil ich es kaum aushalte, sie immer von so vielem fern halten zu müssen, was Spaß macht.

Nun lernen wir weiter unser Zusammenleben und den Alltag zu meistern. Mein Laufpensum ist zwar sehr eingeschränkt, aber durch die vielen Spaziergänge habe ich sogar mehr Bewegung als sonst.

Hund an Joggingleine von oben
Mayla und ich unterwegs auf Taunustrails

– ABGESAGT –

Gestern war eine meiner Aufgaben, in diversen Veranstaltungskalendern und Social Media Kanälen die Veranstaltungen meines Arbeitgebers abzusagen – bis Mitte April keine Kultur mehr in der Stadt!

Heute musste ich mich nun selbst schweren Herzens entscheiden, ob ich meine Wochenendreise nach Dresden antreten oder stornieren will. Nach stündlicher Prüfung der Buchungsseiten und Medienberichten entschied ich mich gegen die Reise.

Schade. So langsam legen die behördlich angeordneten Vorsichtsmaßnahmen wegen der sich ausbreitenden Corona-Virus-Epidemie das öffentliche Leben lahm.

Ein Bundesland nach dem anderen schließt seine Schulen. Im ganzen Land wurden erste Groß- und schließlich nach und nach alle Veranstaltungen abgesagt.

Die Deutsche Bahn nimmt inzwischen anstandslos auch nicht stornierbare Tickets ihrer Kunden zurück.

Also werde ich das Wochenende zuhause verbringen, statt mir Dresden anzuschauen, werde weiter auf heimischen Pfaden laufen statt an der Elbe und beim ebenfalls abgesagten Dresdner Stadtlauf und mir überlegen, wie ich das jüngere Kind die nächsten Wochen sinnvoll beschäftigen kann.

Wir steuern also auf einen Shutdown zu und können schon mal für die Apokalypse üben. Aber immerhin mit Sekt im Kühlschrank und Wein im Keller. Prost!

The shape of water*

*Einer der 10 Filme, die ich während der Flüge nach und von Südafrika sah… welch Luxus, Kinofilme in großer Auswahl, welch Luxus, reisen zu dürfen, die Welt kennenzulernen, immer wieder bin ich unendlich dankbar dafür.

Süßwasserspeicher auf dem Tafelberg, Kapstadt

2019 ist ein besseres Jahr für die Kapregion Südafrikas, wenn es um Wasser geht. Es hat genügend geregnet, sodass bisher keine Rationierung nötig war. Ganz anders sah es bei unserem letzten Besuch vor zwei Jahren aus. Damals war die Regierung kurz davor, den Notstand auszurufen. Die Reservoire in den Bergen waren noch vor dem Sommer nicht mal halb gefüllt. Das Duschwasser musste mit Eimern und Schüsseln aufgefangen werden, auch in den Touristenunterkünften, um damit wenigstens noch die Gärten zu gießen. Was machen die ganz Armen? Es bleibt für mich schwer vorstellbar, wie diese Menschen überleben. An einer Tankstelle sah ich einen Mann, der sich mit dem Wasser wusch, das zum Scheibenputzen verwendet wird.

Dieses Jahr war alles entspannter. Trotzdem wäre es doch längst überfällig, den Wasserverbrauch zu senken, weltweit!
Aber (Achtung, ich wiederhole mich), so lange in „Wassernotstandsgebieten“ Golfplätze bewässert werden und in unserer hochtechnisierten Welt Trinkwasser für die Klospülung benutzt wird, ist die Dringlichkeit noch nicht in den Köpfen angekommen.

Pardiologie

Sie ist 41, er 15 Jahre älter, sie ist krass ehrlich und bekannt dafür, hemmungslos zu schreiben, unverblümt und scheinbar angstfrei verrückte Sachen zu machen. Und jetzt schafft sie es als erste Person, dass ich einen Podcast höre (ja, mein erstes Mal).

Charlotte Roche und Martin Kess reden offen über ihre Beziehung, Ehe und alles, was damit zu tun hat.

Schon nach der ersten Folge liebe ich sie dafür und werde weiter reinhören.

Freiheit im Gewitterregen

Heute war ich endlich mal wieder länger laufen, mit Lieblingsmusik im Ohr. Vorgenommen hatte ich mir mindestens 10 km. Zu Beginn ging es teils ziemlich bergauf in den Taunus.

Oben genoss ich dann die kleinen Trails, vorbei an noch immer vielen Sturmschäden.

Während ich auf dem Weg abwärts förmlich vor mich hin zu fliegen schien, krachte es plötzlich und die ersten Regentropfen fielen. Welch Erfrischung!

Etwas später wurde daraus ein richtiges Sommergewitter mit heftigem Regen. Innerhalb weniger Minuten war ich triefend nass, doch es störte nicht. Im Gegenteil – welch Freiheit und Glücksgefühl, so durch den prasselnden Regen zu rennen.

Naturgewalt, die beste Musik und die eigene Kraft zu spüren – genau diese Kombination machte diesen Lauf zu etwas Besonderem. Sehr dankbar bin ich dafür.

Orange = Leben

Fastenbrechen – das Wort finde ich nicht schön, aber genau das ist heute dran!

Laut Plan war eigentlich ein Apfel dafür vorgesehen, doch mein Bauch sagte „Orange“. Kein Wunder, haben mir Orangen schon oft in der „Not“ geholfen. Zuletzt beim Marathon in Marrakech waren sie als Streckenverpflegung eine Wohltat und genau so fühlte sich diese eine Orange an, die ich heute nach 6 Tagen ohne feste Nahrung langsam kauend in mich aufnahm.

Danke.

Energie

Pfirsichblüte im Terrassengarten, im Hintergrund ein Deckchair

Waldweg, Wanderung am Morgen als Umweg zur Arbeit mit Angaben von Strecke, Zeit und Kalorien auf dem BildWow, der gestrige Tag war toll! Ich fühlte mich schon beim Aufwachen gut, war voller Energie und holte meinen „Spaziergang“ vom Vortag nach. Heißt, ich verlängerte meinen sehr kurzen Weg zur Arbeit um einige Kilometer (insgesamt 9), war ca. 1,5 Stunden bei herrlichem Vogelgezwitscher und frisch vom Regen gesäuberter Luft im Wald unterwegs auf einer meiner liebsten Laufstrecken. Und ja, es war anstrengend!

Ein weiteres Highlight des Tages: keine Kopfschmerzen und keine Müdigkeit, auch nicht das typische Mittagstief. Nur das Hungergefühl ist bisher nicht verschwunden, lässt sich aber aushalten. So konnte ich effektiv arbeiten und war insgesamt recht ausgeglichen.

Heute ist nun laut meinem Plan der letzte richtig Fastentag. Ich werde auch diesen ruhig gestalten. Erst ein wenig Yoga und je nach Verlauf vielleicht ein paar Bahnen Schwimmen.
Leider ist der Sohn krank, was die Planung etwas durcheinander bringt.

Mann und Tochter haben das Mit-Fasten längst wieder aufgegeben. Die Teenager-Tochter meinte gestern auch noch, einen Apfelkuchen backen zu müssen. Das ist fast ein wenig Folter 😉

Der Mann hält sich jedoch mit dem Essen sehr zurück. Allerdings fand ich seine Idee, mitzumachen sowieso nicht gut, da sein Job sehr viel Konzentration und Koordination erfordert und keine Fehler erlaubt. Da ist Hirnnahrung schon sehr wichtig und Komplett-Fasten keine Option.

Wenn ich jetzt an den Marathon denke, den ich in etwas über einer Woche laufen wollte, tut es nicht mehr weh. Loslassen geht.

Etikett von Yogi Tee mit der Aufschrift "Vergebung ist ein Ausdruck des Bewusstseins."

„Vergebung ist ein Ausdruck des Bewusstseins.“

Sich selbst vergeben ist auch sehr wichtig. Sagt sogar mein Yogi-Tee.