Das Schicksal winkt wie wild

Parallelen. Immer wieder.

Namen. Sie hat denselben wie sie!

Orte.

Gefühle.

Da ist es wieder, dieses Gefühl, das Schicksal hätte es so vorgesehen.

Warum sonst all diese Parallelen?

Einbildung?

Titel in Zeitschriften, Erzählungen von Freunden, Begegnungen, Begebenheiten – alles nur Einbildung?

Ach, ich bin verrückt, alles Wunschdenken, Träumerei.

Was, wenn nicht?

Vertrauen.

Ich weiß jetzt, wie Wolken schmecken. Und Kurven.

Nass schmecken sie und manchmal etwas nach Schwefel, je nachdem, ob man sich gerade in der Nähe einer vulkanischen Quelle befindet.

In Furnas schmeckt alles leicht schwefelig oder sehr nach Eisen.

Tag zwei und drei unserer Reise sind geprägt von tief hängenden Wolken, Baden in Thermalquellen und Kurven! Noch nie bin ich so oft und so lange im dritten Gang gefahren wie hier, erst recht, wenn sehr zaghafte andere Touristen ihren eigenen Fahrkünsten oder Mietwagen in dieser von Kurven und engen Straßen geprägten Gegend nicht trauen.

Der kleine Nissan zeigt dauernd an, ich solle hoch schalten, nur um direkt im Anschluss wieder auf Runterschalten zu pochen. Diese Anzeige, Drehzahlmesser, Tacho, Motorengeräusch und mein Fahrgefühl kommen kaum in Einklang. Irgendwas stimmt hier nicht.

Gestern waren wir ohne Kind etwas „wandern“ (eher ein ausgedehnter Spaziergang) und heute zu Dritt hauptsächlich per Auto unterwegs.

Immer wieder sehr beeindruckend ist der aus dem 18. Jh. stammende Parque Terra Nostra in Furnas, wo man im eisenhaltigen Thermalbecken vor sich hin dümpeln kann.

Der Park wurde seit seiner Entstehung von ursprünglich 2 auf 12,5 ha erweitert und mit Hilfe diverser britischer Gartenexperten gepflegt. Er beherbergt neben endemischen viele aus aller Welt stammende Pflanzen, darunter einige „Saurier“ wie Baumfarne, die es mir echt angetan haben. Ein Besuch hier ist wie eine Zeitreise, nicht nur wegen der Pflanzen, auch wegen der alten Gemäuer und ihrer Geschichte.

Morgen früh 8:00 Uhr geht’s für uns per Kleinflieger (Dash 8-200) zur Insel Pico. Mal sehen, ob die Wolken uns folgen und ob wir den gleichnamigen Berg überhaupt zu Sehen bekommen.

Ich bin schon sehr gespannt, wie die Azorees Silvester feiern!

Wild Woman

Ein kleines Mädchen kommt zu mir aufs Papier…

Illustration, kolorierte zeichnung eines madchens mit blonden haaren, grünen federn im haar, kleid mit blumenmuster
Blumenkind, Illustration (03/2018)

Sie schaut etwas skeptisch in die Welt. Wahrscheinlich denkt sie noch nach über das, was vor sich gegangen war, als sie sich für die Geburtstagsfeier von Großtante Dorothee fertig machen sollte. Mama hat das gelbe Kleidchen mit Blumenmuster ausgesucht, ihr die Haare gekämmt… doch sie verweigerte die Zöpfe, die Mama ihr flechten wollte. Stattdessen bestand sie darauf, sich ihre grün gefärbten Federn in die Haare zu stecken, die sie im Wald gesammelt hatte. Wider der Kommentare von Eltern und Geburtstagsfeierverwandtschaft trägt sie diese mit Stolz.

Es ist Zeit vergangen, das kleine Mädchen zu einer Jugendlichen, fast schon jungen Frau herangewachsen. Noch weiß sie nicht so recht, was sie in der Welt erwartet.

Die grünen Federn hat sie durch etwas rote Farbe im Haar getauscht. Aber sie bewahrt sie noch in einem Erinnerungskästchen auf.

Illustration, zeichnung, Mädchen mit Zopf
Mädchen mit Zopf, Illustration (3/2018)

Manchmal, an Tagen, die tiefe Sehnsucht in ihr auslösen, holt sie das Kästchen hervor und schaut auf all die kleinen Erinnerungsstücke. Sie nimmt die Federn in die Hand und streicht sich damit über den Arm. Dann ist sie wieder das kleine Mädchen, das durch den Wald tanzt, das alle Tiere so lieb hat, auf der Wiese liegend nach Wolkenbildern schaut und unbekümmert jeden Tag nimmt, wie er kommt.

Das nun große Mädchen steht nackt an einem See und springt hinein. Das Wasser ist kühl und weich. Es fühlt sich so toll auf der Haut an, wenn sie hindurch gleitet.
Es riecht so frisch, macht den Kopf klar und tut gut, besonders an Sehnsuchtstagen.

Wild Woman, Portraitzeichnung, koloriert, Frau mit Bemalung im Gesicht, Frisur aus Blättern
Wild Woman, Illustration (3/2018)

Jahre sind vergangen. Das Mädchen ist erwachsener geworden, hat Unbekümmertheit durch Verpflichtungen und Routine ausgetauscht. Ihr Geist ist frei geblieben, voller Fantasie und Träume. Sie steht nun mitten in diesem, ihrem Leben und weiß, dass es keinen Sinn macht, sich von vermeintlichen Erwartungen leiten zu lassen. Sie schaut zurück auf das Mädchen, das sie gewesen ist und wünscht, sie könne ihr etwas mitgeben auf den Weg, der längst gegangen ist: mehr Mut, weniger Selbstzweifel, Vertrauen in die Welt und das Schicksal und vor allem sehr viel Liebe für sich selbst und alles Lebendige.

Sie holt die grünen Federn aus dem Erinnerungskästchen, befestigt sie in einem Traumfänger und hängt sie ins Fenster. Dann nimmt sie ein Bad, taucht mit dem Kopf unter und träumt sich zurück an den See ihrer Jugend.

Seltsame Gestalten

Gestalt mit Kuhhornhelm

Seltsame Wesen bahnen sich den Weg aufs Papier. Sie sind weder weiblich noch männlich, irgendwas zwischen Mensch und Fabelwesen. Vielleicht kommen sie aus einer verborgenen Welt oder es sind einfach Hirngespinste.

Der Wurzelmensch hier mit den Kuhhörnern hat etwas schamanisches. Sein drittes Auge schaut mich an, während der Geist der Figur nach innen gerichtet scheint. Meditation.

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Jetzt wird’s noch seltsamer. Ein Mädchenkopf im Weinglas. Ihre langen Haare in den Wein getunkt, teils hängen sie übers Glas hinaus. Oben wachsen Zweige aus ihrem Kopf.

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…to be continued

Birdy – Musik fühlen

peter gabriel, cover, birdy

Ich sitze im Auto, fahre die Serpentinenstraße zum Vulkan hoch. Mein Smartphone spielt über die Auto-Lautsprecher Peter Gabriels Musik ab.Weg im Nebel
Dunkle, dumpfe Trommeltöne, schwere Bässe und langgezogene Bläsertöne dröhnen laut durch mich durch. Sie durchfließen meinen Kopf, meinen Körper, machen Gänsehaut, bringen mich innerhalb weniger Sekunden in eine andere Welt. Weiterlesen „Birdy – Musik fühlen“

Rainbow Island

Es ist Freitag, Tag 4 auf der Azoren-Insel. Der Wetterfrosch verspricht heute Sonne bei etwas frischeren Temperaturen und soll Recht behalten. Also ideale Bedingungen für eine erneute und etwas längere Wanderung.

Ich starte am Miradouro da Vista do Rei und möchte auf dem Panoramaweg den Ort Sete Cidades und damit den Vulkankrater umrunden. Weiterlesen „Rainbow Island“

Le Petit Prince – was für die Ohren

Foto eines Kindes, das am Fuß einer riesigen Sanddüne steht. Erinnert an den Kleinen Prinz

Riccardo Romano, italienischer Musiker und Komponist, u.a. bekannt als Mitglied der Progressive Rock Band Ranestrane, hat eine Rock-Oper geschrieben.

B612 – Inspiriert von Antoine de Saint-Exupérys Der kleine Prinz

Etwas ausgelutscht, das Thema…? Ganz und gar nicht. Ich kann nicht aufhören, das Album zu hören. Vor allem draußen beim Laufen, auf dem Weg zur Arbeit, bei der Arbeit, zwischendurch laut zu Hause…  Weiterlesen „Le Petit Prince – was für die Ohren“