Twitterartexhibit

Am 15. Mai 2021 findet in Cheltenham (UK) eine Kunstausstellung namens Twitterartexhibit zugunsten eines Leukämie Fonds statt, zu der Künstler aus aller Welt eigens dafür kreierte Bilder im Postkartenformat spenden.

Dieses Mal schicke ich auch ein Bildchen auf die Reise, in der Hoffnung, dass es jemandem gefällt und somit einen Teil zur Spendenaktion beiträgt.

Illustration kleiner Fuchs im Postkartenformat

Alle Karten werden zu einem festgelegten, einheitlichen Preis während der Ausstellung und danach in einem Onlinekatalog verkauft.

Mach‘s gut, kleiner Fuchs und gute Reise nach England!

– ABGESAGT –

Gestern war eine meiner Aufgaben, in diversen Veranstaltungskalendern und Social Media Kanälen die Veranstaltungen meines Arbeitgebers abzusagen – bis Mitte April keine Kultur mehr in der Stadt!

Heute musste ich mich nun selbst schweren Herzens entscheiden, ob ich meine Wochenendreise nach Dresden antreten oder stornieren will. Nach stündlicher Prüfung der Buchungsseiten und Medienberichten entschied ich mich gegen die Reise.

Schade. So langsam legen die behördlich angeordneten Vorsichtsmaßnahmen wegen der sich ausbreitenden Corona-Virus-Epidemie das öffentliche Leben lahm.

Ein Bundesland nach dem anderen schließt seine Schulen. Im ganzen Land wurden erste Groß- und schließlich nach und nach alle Veranstaltungen abgesagt.

Die Deutsche Bahn nimmt inzwischen anstandslos auch nicht stornierbare Tickets ihrer Kunden zurück.

Also werde ich das Wochenende zuhause verbringen, statt mir Dresden anzuschauen, werde weiter auf heimischen Pfaden laufen statt an der Elbe und beim ebenfalls abgesagten Dresdner Stadtlauf und mir überlegen, wie ich das jüngere Kind die nächsten Wochen sinnvoll beschäftigen kann.

Wir steuern also auf einen Shutdown zu und können schon mal für die Apokalypse üben. Aber immerhin mit Sekt im Kühlschrank und Wein im Keller. Prost!

25 km/h

Wozu brauchst du immer noch eine Bestätigung, dass dir das zusteht?

Du bist über 40 und weißt, dass dir keiner mehr was vor machen kann. Worauf wartest du?

Wenn nicht heute, wann dann, verdammt nochmal?!

Da fahren zwei Brüder, die sich nach 30 Jahren erst zur Beerdigung ihres Vaters wieder sehen, mit ihren Mofas aus Teenagerzeiten los, vom Schwarzwald an die Ostsee und werfen sämtliche Bedenken über Bord. Sie machen ihren Jugendtraum wahr, überwinden Grenzen und fangen endlich an zu leben, bringen Dinge aus der Vergangenheit zu Ende.

Ein schönes Märchen erzählt der Kinofilm „25 km/h“ sehr unterhaltsam und mit einer Art Sehnsucht, die nur Leute jenseits der 30 verstehen.

Mach es jetzt, hör auf zu denken und tu es!

Dinge geschehen, weil wir sie wollen.

Wild Woman

Ein kleines Mädchen kommt zu mir aufs Papier…

Illustration, kolorierte zeichnung eines madchens mit blonden haaren, grünen federn im haar, kleid mit blumenmuster
Blumenkind, Illustration (03/2018)

Sie schaut etwas skeptisch in die Welt. Wahrscheinlich denkt sie noch nach über das, was vor sich gegangen war, als sie sich für die Geburtstagsfeier von Großtante Dorothee fertig machen sollte. Mama hat das gelbe Kleidchen mit Blumenmuster ausgesucht, ihr die Haare gekämmt… doch sie verweigerte die Zöpfe, die Mama ihr flechten wollte. Stattdessen bestand sie darauf, sich ihre grün gefärbten Federn in die Haare zu stecken, die sie im Wald gesammelt hatte. Wider der Kommentare von Eltern und Geburtstagsfeierverwandtschaft trägt sie diese mit Stolz.

Es ist Zeit vergangen, das kleine Mädchen zu einer Jugendlichen, fast schon jungen Frau herangewachsen. Noch weiß sie nicht so recht, was sie in der Welt erwartet.

Die grünen Federn hat sie durch etwas rote Farbe im Haar getauscht. Aber sie bewahrt sie noch in einem Erinnerungskästchen auf.

Illustration, zeichnung, Mädchen mit Zopf
Mädchen mit Zopf, Illustration (3/2018)

Manchmal, an Tagen, die tiefe Sehnsucht in ihr auslösen, holt sie das Kästchen hervor und schaut auf all die kleinen Erinnerungsstücke. Sie nimmt die Federn in die Hand und streicht sich damit über den Arm. Dann ist sie wieder das kleine Mädchen, das durch den Wald tanzt, das alle Tiere so lieb hat, auf der Wiese liegend nach Wolkenbildern schaut und unbekümmert jeden Tag nimmt, wie er kommt.

Das nun große Mädchen steht nackt an einem See und springt hinein. Das Wasser ist kühl und weich. Es fühlt sich so toll auf der Haut an, wenn sie hindurch gleitet.
Es riecht so frisch, macht den Kopf klar und tut gut, besonders an Sehnsuchtstagen.

Wild Woman, Portraitzeichnung, koloriert, Frau mit Bemalung im Gesicht, Frisur aus Blättern
Wild Woman, Illustration (3/2018)

Jahre sind vergangen. Das Mädchen ist erwachsener geworden, hat Unbekümmertheit durch Verpflichtungen und Routine ausgetauscht. Ihr Geist ist frei geblieben, voller Fantasie und Träume. Sie steht nun mitten in diesem, ihrem Leben und weiß, dass es keinen Sinn macht, sich von vermeintlichen Erwartungen leiten zu lassen. Sie schaut zurück auf das Mädchen, das sie gewesen ist und wünscht, sie könne ihr etwas mitgeben auf den Weg, der längst gegangen ist: mehr Mut, weniger Selbstzweifel, Vertrauen in die Welt und das Schicksal und vor allem sehr viel Liebe für sich selbst und alles Lebendige.

Sie holt die grünen Federn aus dem Erinnerungskästchen, befestigt sie in einem Traumfänger und hängt sie ins Fenster. Dann nimmt sie ein Bad, taucht mit dem Kopf unter und träumt sich zurück an den See ihrer Jugend.

Wecker!

Das Grundbedürfnis nach Schlaf offenbart sich besonders dann, wenn du zu einer außergewöhnlich frühen Uhrzeit aufstehen musst, dann aber den Wecker am liebsten ignorieren oder in die Ecke pfeffern würdest, obwohl du dich so richtig auf den Grund für das frühe Aufstehen gefreut hattest. Faszinierend, wieviel Impulskontrolle und Selbstdisziplin es hier braucht. Oder Gewohnheit.

Tennisball im Kopf

Manchmal kannst du einfach nur noch weinen.

traurige Gesichter, Illustration von silvanillion

Zum Beispiel, wenn dir jemand erzählt, dass etwas gesundheitlich nicht stimmt, und zwar so gar nicht stimmt, dass man mit dem Schlimmsten rechnen muss. Oder wenn jemand vor dir steht und dir vom plötzlichen Tod seines nahen Familienmitglieds erzählt. Das kommt immer ungebremst und schlägt dir mit einer Wucht entgegen, mit der du nicht rechnest. Und das manchmal sogar, obwohl du die Person kaum oder gar nicht kennst.

Aber die Fassungslosigkeit, Trauer, Wut, Verzweiflung – all die Gefühle, die dein Gegenüber gerade durchmacht, lassen sich kaum unterdrücken. Sie dringen nach außen und – sofern du keinen professionellen Panzer an hast – durch dich durch. Sie berühren dich und nehmen dich ein Stück mit. Das kann nur Sekunden, Minuten andauern und manchmal lässt es dich länger nicht mehr los.

Du bist Mensch, ein lebendiges Wesen voller Gefühle und Empathie.
Lass es zu, wenn dich andere auf diese Weise berühren. Es ist wichtig und gut.
So bewahren wir uns das Miteinander.