Zeit ist relativ

Als Kind erschienen mir 2. Weltkrieg und Nazi-Regime der 30er/40er Jahre sehr lange her – das war „Früher“, also zu Urzeiten…

Je älter ich werde, desto gefühlt kürzer wird der Zeitraum seit Ende dieser ‬“Epoche“!

Es geht sicher nicht nur mir so und ist ein bekanntes Phänomen, dass das Zeitempfinden sich mit der Zeit verändert. Wir alle kennen das.

Mir ist es nur gerade so extrem bewusst geworden, während ich das Zeitgeschehen verfolge.

Ich will nicht, dass diese Zeit vergessen wird! Ich will nicht, dass diese Geschichte sich wiederholt!

Werdet laut gegen Rechts! Ich bin nicht mehr still.

Oh Deer!

Gerade komme ich mal wieder nicht so oft zum Zeichnen/Malen, wie mir lieb wäre. Also eigentlich ist das ja Dauerzustand 😉

Zum MerMay Tag 15 habe ich aber dann doch eine kleine Illustration geschafft, dieses MeerHirschMädchen hier:

mermay meerjungfrau mit geweih und hirschohren zeichnung

Ich mag diese Fantasiewesen. Nicht unbedingt in der überzogen stilisierten Disneyversion, sondern eher etwas schräge, verwunschene, geheimnisvolle.

MeerZeit

Wir liegen nach einem Strandspaziergang in unserem Bulli mit Blick aufs Meer, nach zwei Tagen „auf See“ mit der Stena Line, einem Kurztrip Kiel-Göteborg und zurück.

Es ist der wohl schönste, weil geschmackvollste, plastikstuhlfreie Campingplatz Schleswig-Holsteins, auf dem wir die dritte Nacht unseres Ausflugs ohne Kinder verbringen. PaarZeit.

Göteborg war auch schön. Wir hatten tolles Wetter, sind viele Stunden zu Fuß in der Stadt unterwegs gewesen und haben die vielleicht größte Zimtschnecke der Welt im Café Husaren gegessen.

Morgen geht’s zurück nach Hause, einmal von Norddeutschland in dessen Mitte, zurück zu unseren Kindern, die das erste Mal mehrere Tage alleine zu Hause sind…

Nach wie vielen Flügen?

Flugzeugtragflächen bei Sonnenuntergang, Collage

Nach wie vielen Flügen hört das Gefühl auf, dass Fliegen etwas Besonderes ist?

Blick aus dem Flugzeug auf die Startbahn
Ich erinnere mich noch sehr genau an meinen ersten Flug (Mitte der 90er in einer Boeing 737 von Stuttgart nach Frankfurt und anschließend mit der 747 weiter nach Santiago de Chile), was wohl daran liegt, dass ich damals bereits 17 Jahre alt war und bis dahin so sehnsüchtig davon geträumt hatte, endlich in ein Flugzeug steigen zu können.

Flugzeugflügel einer Condor-Maschine über Kapstadt

Meine Kinder flogen mit etwa 2 Jahren zum ersten Mal und erinnern sich kaum noch daran. Für sie gehört es zu den Selbstverständlichkeiten des Lebens.

Seit meinem ersten Flug sind einige Meilen dazu gekommen (234.115 in Kilometern insgesamt), ich habe statistisch gesehen ca. 5,8 Mal die Erde umrundet (Vielflieger lächeln bei diesen Zahlen milde…), doch das schöne Gefühl ist immer noch da.

Eigentlich gehören wir dort nicht hin, so weit oben, über den Wolken.

Blick aus dem Flugzeugfenster auf Wolkenformationen

Etwas, das nur durch die große Sehnsucht des Menschen, sich auch in der Luft fortzubewegen, durch Visionen, Erfindergeist und technischen Fortschritt möglich wurde, fasziniert mich unglaublich.

Wenn jetzt noch eine Alternative zum umweltschädlichen Verbrennungsmotor auch für große Flugzeuge entwickelt würde, wäre die Fliegerei ohne schlechtes Gewissen machbar und ich umso glücklicher.

Abgetaucht

Da geht sie hin, die Zeit und meine vielen Ideen mit ihr. All die ungemalten Bilder, die Kritzeleien in diversen Notizheftchen oder Schnappschüsse im Kopf, die es nicht mal auf die Kamera geschafft haben, rinnen durch das Sieb des Alltags…

Blick auf das nördliche Ende des Gardasees und die umliegenden Berge
Gardasee

Anderes war wichtiger oder wollte zuerst erledigt werden. So langsam ändert sich etwas und ich komme wieder zu mir.

Was 2014 der erste Marathon und die Vorbereitung auf eine sehr wichtige Prüfung für mich waren – 2015/16 war es der Spagat zwischen zwei Nebenjobs, Familie und beginnender Selbständigkeit. Das Leben wandelt sich ständig. Wenn man begriffen hat, dass man selbst der Motor des Ganzen ist und mit Eigenverantwortung viele Stellschrauben selbst in den Händen hält, macht es das nicht unbedingt leichter, aber erträglicher und bringt Gelassenheit ins Leben.

Alte Schachtel gefüllt mit Frauenfreude

Alte Streichholzschachtel mit Nähzubehör

Wenn meine Oma wüsste, wie sehr ich diese Augenblicke liebe, wenn ich ihr altes Nähkästchen öffne und diese kleinen Schätze entdecke… Und vor allem, dass ich alles gut sortiert in Ehren halte und nutze! Jetzt packe ich gerade ein paar Nähsachen für mein Söhnchen zusammen, die er für die Schule braucht und bin dabei auf diese alte Streichholzschachtel des VEB Zündholzwerk Coswig/Anhalt gestoßen – gefüllt mit ebenso alten Druckknöpfen. Alles echte DDR-Relikte.

Aber: Steht da echt „Frauenfreude“??? Oh je…

Alte Streichholzschachtel mit Nähzubehör
Alte Schachtel gefüllt mit Frauenfreude